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Barlach up Platt: „Een sülvstvertelltes Leven“

Rostock Barlach up Platt: „Een sülvstvertelltes Leven“

Zehn Jahre vor dem Tod Ernst Barlachs erschien beim Verlag Paul Cassirer in Berlin das Buch „Ein selbsterzähltes Leben“ — eine Autobiografie des Bildhauers, Zeichners und Schriftstellers (1870-1938).

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Ernst Barlach (1870- 1938).

Quelle: Archiv

Rostock. Zehn Jahre vor dem Tod Ernst Barlachs erschien beim Verlag Paul Cassirer in Berlin das Buch „Ein selbsterzähltes Leben“ — eine Autobiografie des Bildhauers, Zeichners und Schriftstellers (1870-1938). Das schmale Büchlein hatte der Künstler selbst reich illustriert. Dem Leser erzählte er darin die Geschichte seiner künstlerischen und persönlichen Entwicklung. In den 15 kurzen Kapiteln hielt der Autor eine Rückschau auf Facetten und Stationen seiner frühen Lebensabschnitte.

Das Buch beginnt mit den Kindheits- und Schulerlebnissen des Künstlers in Schönberg und Ratzeburg. Es erzählt Episoden aus Barlachs Familienleben, berichtet über seinen akademischen Zeichenunterricht, seine Zeit in Altona und Paris und schließlich die prägende Russlandreise im Sommer 1906. Seine Rückschau endet nicht zufällig 1906/1907. Das war jene Zeit, in der sich Ernst Barlach als Künstler profiliert und als Mensch gefunden hatte. Das letzte Kapitel seines Büchleins überschrieb er deshalb: „Ich finde freie Bahn“. Ein amüsantes Werk, voller Humor, Selbstironie und Anekdoten, das in den 85 Jahren seit seiner erstmaligen Herausgabe mehrfach aufgelegt wurde.

Jedoch erst jetzt liegt es in plattdeutscher Transskription vor. Allein diese Tatsache erstaunt, denn Barlach bediente sich sein Leben lang gerne der niederdeutschen Sprache. Mit „Eeen sülvstvertelltes Leven“ ist dem nun Abhilfe geschaffen worden. Das ist das Verdienst des gebürtigen Grevesmühleners Horst Gädert (79), Mitglied im Bund Niederdeutscher Autoren. Er veröffentlichte bisher plattdeutsche Prosa in Sammelwerken und Anthologien. Mit der Übertragung der Autobiografie leistete er nun einen besonderen Beitrag zur Bewahrung des Barlach‘schen Erbes und zur Pflege der niederdeutschen Sprache. Erschienen ist das 67 Seiten starke Büchlein „Eeen sülvstvertelltes Leven“ in der Reihe MV Taschenbuch beim BS-Verlag Rostock. Allerdings leider unter Verzicht auf die Barlach- Illustrationen.

Buchtipp: „Een

sülvstvertelltes Leven.“ MV Taschenbuch. ISBN 978-3-86785-170-1.

 

Werner Geske

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