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Berlin plant Superbibliothek auf dem Flugfeld Tempelhof

Berlin Berlin plant Superbibliothek auf dem Flugfeld Tempelhof

270 Millionen Euro sollen ab 2016 verbaut werden.

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Die Stadtbibliothek in Stuttgart wurde 2011 eröffnet. Eine ähnliche „Superbibliothek“ ist auch für Berlin geplant.

Quelle: dpa

Berlin. Verstaubte Regale, abgegriffene Bücher, mühsame Ausleihen — öffentliche Bibliotheken hatten oft nicht gerade einen guten Ruf. Doch dem Internet zum Trotz: Immer mehr Großstädte setzen auf eine ganz neue Art von Bibliothek. Mit spektakulären Neubauten wollen Metropolen weltweit ihren Bürgern Chancen auf lebenslanges Lernen eröffnen, wie etwa in Tokio, Amsterdam, Mexiko-Stadt, Vancouver, Seattle oder Stuttgart.

Auch Berlin will solchen Beispielen jetzt folgen. Obwohl das Land massiv verschuldet ist, plant der rot-schwarze Senat für 270 Millionen Euro eine neue Metropolenbibliothek auf dem Tempelhofer Feld.

Der Architektenwettbewerb ist bereits ausgeschrieben, bis Mitte Dezember soll das Preisgericht entscheiden. Noch in der bis 2016 laufenden Legislaturperiode ist der erste Spatenstich geplant.

„Die Zentral- und Landesbibliothek ist schon jetzt die am besten besuchte Kultureinrichtung Berlins. Sie hat bis zu 5000 Besucher am Tag und platzt aus allen Nähten“, sagt Kulturstaatssekretär André

Schmitz (SPD). „Es ist unsere Pflicht, einen Ort der Bildung für alle zu schaffen.“

Vorbilder in Deutschland sind etwa die vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron geschaffene Universitätsbibliothek in Cottbus (2004), das architektonisch spektakuläre Grimm-Zentrum der Humboldt Universität in Berlin-Mitte (2009) und die neue Stadtbibliothek in Stuttgart (2011). Der knapp 80 Millionen Euro teure Glasquader des südkoreanischen Architekten Eun Young Yi mit seinem riesigen Galeriesaal wird im Oktober als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet.„Gerade in einer zunehmend digitalen Welt wird die Bibliothek als Ort noch attraktiver. Hier treffe ich immer noch wirkliche Menschen“, sagt Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands, der die Auszeichnung vergibt. „Und ich finde alle Medien, die mich bei meinen Versuchen unterstützen, die Welt kennenzulernen, zu verstehen oder auch zu verändern.“

 

Nada Weigelt

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