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Kultur Die frühen Reisen der Gemälde
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00:00 12.10.2013
Kuratorin Sandra Schröder zeigt Bilder von Karl Hagemeister, Theo von Brockhusen und Hans-Otto Gehrke. Bilder der Fercher Künstlerkolonie sind derzeit im Kunstkaten zu sehen.
Ahrenshoop

Es ist das erste Mal, dass in Ahrenshoop Bilder der Künstlerkolonie Ferch präsentiert werden. Morgen um 11 Uhr eröffnet Kunsthistorikerin Jelena Jamaikina im Kunstkaten die Schau, in der Werke von zwölf Malern des 19. und 20. Jahrhunderts gezeigt werden. Die Professorin kennt die Geschichten, die hinter den Bildern von Karl Hagemeister (1848-1933), Carl Schuch (1846-1903) und den Künstlerkollegen stecken. Und die sind spannend.Viele Bilder, die bis Ende November im Kunstkaten ausgestellt sind, legten vor 100 Jahren etliche Kilometer zurück, um an fernen Orten ausgestellt zu werden. Ferch liegt südwestlich von Potsdam, im Speckgürtel Berlins. Das kleine Fischerdorf am Schwielowsee entwickelte sich seit 1876 zur Künstlerkolonie. Die ersten Maler, die ihre Staffeleien am Ufer des Sees und der Havel aufstellten, waren die Freunde Karl Hagemeister und der Österreicher Carl Schuch. Sie fanden in Ferch das, was Carl Malchin und Paul Müller-Kaempff etwa zur gleichen Zeit in Ahrenshoop fanden: Ruhe, Abgeschiedenheit, viel Natur und besondere Lichtverhältnisse.

Etliche Kollegen folgten den beiden Malern in den kommenden Jahren. Darunter der Berliner Malprofessor Eugen Bracht (1842-1921). Er unterrichtete die sogenannten „Landschaftsklassen“ an der Königlichen Akademie der bildenden Künste zu Berlin. Mit seinen Malschülern unternahm der Professor regelmäßig Ausflüge nach Ferch. Oft entstanden während der Freiluftstudien klassische Landschaftsgemälde. Der Schwielowsee im Sommer und im Winter, am Morgen und am Abend — er stellte für die Künstler ein unerschöpfliches Motiv dar. „Manchmal zeigen die Bilder impressionistische Merkmale“, weiß Kunstkaten-Kuratorin Sandra Schröder. Dazu gehört Arthur Borghards „Bauerngehöft am Kornfeld“. Die Bilder von Theo von Brockhusen stechen hingegen durch eine abstrakte Pinselführung hervor. „Für die damalige Zeit sind sie sehr modern“, findet die Kuratorin und verrät, dass Herr von Brockhusen von seinen Malfreunden oft abschätzig, van Goghhusen‘ genannt worden sei.

Karl Hagemeister habe die Kuratorin durch seine verschiedenen Malstile ins Herz geschlossen. „Da zeigt sich der Meister“, sagt die 29-jährige Kunsthistorikerin beim Anblick einer großformatigen Pastellzeichnung. Die Bilder ähneln oft denen der Ahrenshooper Maler. Einige Künstler reisten oft an die Ostsee und ließen sich dort inspirieren. „Brandung“ heißt ein Bild von Karl Hagemeister, „Segelboote am Bodden“ nannte Hans-Otto Gehrcke ein Ölbild.

Jelena Jamaikina weiß, dass bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs ein reger Austausch unter den Künstlern herrschte. „Sie schickten ihre Bilder beispielsweise zu Ausstellungen nach Brasilien und Russland.“ Sehr zimperlich seien die Künstler mit ihren Werken dabei nicht umgegangen. „Sie rollten sie einfach zusammen und transportierten sie per Schiff und Pferdekutsche. Heute wechseln Bilder in speziell klimatisierten Fahrzeugen den Ausstellungsort“, sagt die Professorin. Sie ist sich sicher, dass die meisten Bilder, die zurzeit im Kunstkaten hängen, ähnliche Reisen hinter sich haben.

„Zum Beispiel die von Hans-Otto Gehrcke“, erzählt die Kunsthistorikerin, die in Ferch das Museum der Havelländischen Malerkolonie leitet. Die Bilder aus der Künstlerkolonie Ferch befinden sich heute entweder in privatem Besitz oder sie gehören dem 2008 gegründeten Museum in Ferch. „Wir stehen noch am Anfang unserer Sammlung und kaufen in jedem Jahr ein bis zwei Bilder dazu“, sagt Professor Jamaikina.

Ausstellung

Künstlerkolonie Ferch

13. Oktober bis 26. November

Eröffnung

Morgen 11 Uhr

Adresse:

Strandweg 1

18347 Ahrenshoop

Eintritt:

2 Euro, ermäßigt 1 Euro

Carolin Riemer

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