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Kultur Ein Sturm von Liebe, Leid und Leidenschaft
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03:48 23.09.2013
Lucietta (Nicole Thuß) und Libera (Anna-Maria Gesine Schreiber) und Toffolo (Daniel Elias Böhm). Quelle: Martina Krüger
Zinnowitz

Italienisches Temperament in der Zinnowitzer „Blechbüchse“. Seit Sonnabend ist das mit der Premiere von „Krach in Chiozza“ Realität. „Das wird die beste Chiozza-Aufführung seit 20 Jahren“, prophezeit der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, Dr. Wolfgang Bordel, und weist auf Regisseur Dirk Löschner, den Intendanten des Theaters Vorpommern. Ein Stück gelebte Kooperation der beiden Theater.

Wenig später bricht auf der Bühne ein Sturm von Liebe, Leid und Leidenschaft im Fischerdorf Chiozza aus. Die Männer sind heil und mit gutem Fang zurück von großer Fahrt. Da tauchen Gerüchte auf: Hat Lucietta etwas mit Toffolo oder nicht? Ist Orsetta ihrem Beppo treu geblieben oder treibt sie ein fieses Spiel mit ihm? Bevor sich also Liebespaare sehnsuchtsvoll in die Arme schließen, liegen die Nerven blank. Fäuste und Steine fliegen, und so mancher trägt Schrammen davon. Und jemand hat tatsächlich etwas Fieses im Sinn . . .

„Krach in Chiozza“ ist eine der turbulentesten und temperamentvollsten Charakterkomödien der Literatur. Der italienische Dichter Carlo Goldoni hat sie 1761 geschrieben und hat darin nichts Geringeres als ein Stück alltäglichen Lebens seines Landes verarbeitet. Die Reflexion der Premierenbesucher Ingeborg und Klaus Lange aus Hoyerswerda, die die Vorstellung „laut und ungestüm“ fanden, „typisch italienisch eben“, hätte den Dichter garantiert gefreut. Als Sekretär des letztlich für Frieden unter den streitenden Vollblutweibern und ganzen Kerlen Chiozzas sorgenden Maresciallo mag er gedanklich selbst auf der Bühne gestanden haben. Denn vor seiner Tätigkeit als promovierter Rechtsanwalt und seinem erfolgreichen Durchbruch als Dichter und Reformator der italienischen Komödie war Carlo Goldoni Sekretär des Vizekanzlers des Kriminalgerichts im tatsächlich existierenden Chiozza.

Nur geringfügig änderte sich das Bühnenbild während der Zinnowitzer Aufführung. Aus überdimensionalen Büchern öffneten und schlossen sich mit je einem Handgriff Häuser, ein Gericht — und selbst ein schwankendes Boot konnte so wie aus dem Nichts heraus entstehen. Die Ausdruckskraft der in jedem Augenblick präsenten jungen Schauspieler zeigte sich demgegenüber unglaublich wandlungsfähig. Beides verdient großes Lob und wurde mit begeistertem Applaus belohnt.

„Krach in Chiozza“ steht am Donnerstag erneut in der „Blechbüchse“ in Zinnowitz auf dem Spielplan, Beginn 19.30 Uhr.

Ines Kakoschke

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