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Kultur Forellenquintett und Krebsgenuss
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10:06 02.09.2013
Charmantes Quartett: Daniel Hope, seine Partnerin Silvana, Markus Fein und Helmuth Freiherr von Maltzahn (v.r).

Die rund 5000 Krebse ahnten nichts vom Schicksal, das sie am Samstagabend ereilen würde. Noch war bei ihnen das große Krabbeln angesagt. Gut zwei Stunden währte die Frist, die die Veranstalter des Konzerts in Ulrichshusens Festspielscheune den Krustentieren gaben, ehe sie als kulinarische Köstlichkeit endeten.

Während Markus Görner, Küchenchef im Schlosshotel Ulrichshusen, und seine Mitarbeiter das Feuer unter vier großen Kesseln schürten, um die Krebse darin im kräftigen Sud zu garen, erfreuten sich die gut 500 Gäste bereits an einer musikalischen Delikatesse. Zubereitet wurde sie von bedeutenden Künstlern ihres Faches: dem Violoncellisten David Finckel und der Pianistin Wu Han (beide leiten das Lincoln Center New York), dem Pianisten Juho Pohjonen, dem Klarinettisten Matthias Schorn, den Violinisten Daniel Hope und Benjamin Beilman, dem Bratschisten Paul Neubauer und dem Kontrabassisten Stephané Logerot.

Bevor sie in der großen Festspielscheune eine erneute Kostprobe ihres Könnens gaben, nahm Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Schirmherr der Festspiele MV das Wort. Er begrüßte unter den Gästen der Dankeschön-Veranstaltung viele der engagierten Freunde und Förderer der Festspiele, der großen Sponsoren und der Stifter, die das bedeutendste musikalische Ereignis Mecklenburg-Vorpommerns erst möglich machen.

Der Chef der Landesregierung dankte besonders Helmuth von Maltzahn, seiner Gattin Alla, dem Festspiel-Intendanten Matthias von Hülsen und den Sponsoren — gemeinsam Gastgeber dieses musikalisch-kulinarischen Abends. Sellering unterstrich ebenfalls die große Ausstrahlung der Festspiele über die Landesgrenzen hinaus. So kämen gut 50 Prozent der Musikfreunde von außerhalb zu den Konzerten. Vor allem durch den Mix von Stars der internationalen Musikszene, hoffnungsvollen Nachwuchstalenten, und einzigartigen Festspielorten, würden sie angezogen. Auch die fast familiäre Atmosphäre der Festspiele trage zu ihrer Anziehungskraft bei.

Der zu Jahresende aus dem Amt des Intendanten scheidende Matthias von Hülsen würdigte „all die wunderbaren und begabten Musiker, die mit ihrem Können unser Land zum Klingen bringen“. Stellvertretend für diese bedankte sich der österreichische Preisträger in Residence, Matthias Schorn, mit den Worten: „Es war ein Geschenk für mich, dass ich das alles erleben durfte.“ Gemeinsam mit seinen Musikerfreunden revanchierte er sich zunächst mit einem vom Publikum begeistert aufgenommenen Konzert mit Werken Daris Milhauds und Moritz Moszkowskis. Den Abschluss bildete dann Franz Schuberts „Forellenquintett“. Langanhaltender Applaus erzwang von den Musikern mehrere Zugaben. Bratschist Paul Neubauer, begleitet von seinen Freunden, überraschte dabei mit temperamentvoller Musik der Roma.

Nachdem der musikalische Appetit gestillt war, wandte sich das Publikum den lukullischen Genüssen zu. „Von Schuberts Forelle zu von Maltzahns Krebsen“, nannte das ein humorvoller Festspielgast. Er wurde gleich darauf — ebenso wie die anderen Gäste — durch Helmuth von Maltzahn, Matthias von Hülsen und Markus Fein, seinem Nachfolger, auf dem festlich gestalteten Schlosshof begrüßt.

Für Küchenchef Markus Görner war dies das Zeichen, nun die Krebse auf den Tisch zu bringen. Bald darauf wurden sie, in große Schalen gefüllt, in den Zelten und im Saal des Schlosses aufgetragen.

Besonders die Soße nach Art des Hauses, bei der Görner weder mit Knoblauch, noch mit Cognac sparte („Herr von Maltzahn besteht darauf!“), gab dem zarten weißen Fleisch die besondere Note. Die meisten Gäste, geschützt durch Papierschürzen, erwiesen sich mehrheitlich als geschickt und knackten die Krebspanzer ohne größere Probleme. Wer Hilfe brauchte, erhielt sie unter anderem durch Carlotta von Gehren. Sie zeigte Neulingen, wie sie schnell und geschickt an das Krebsfleisch gelangen konnten. Die aus Birkholz bei Tangerhütte (Sachsen-Anhalt) Stammende hatte den Besuch des Ulrichshusener Krebsessens gemeinsam mit ihrer Berliner Freundin Dr. Frauke Jung-Lindemann einer Rügen-Wanderung mit ihrem Mann vorgezogen: „Eine gute Entscheidung. Es ist ein wundervoller Abend.“

Dem stimmte auch Markus Fein zu, der ab 1. Januar das Intendantenamt antritt: „Sicherlich wird sich damit manches ändern. Doch an Bewährtem werde ich unbedingt festhalten. Dazu zählt das Ulrichshusener Krebsessen. Es ist eine ungewöhnliche und deshalb auch so schöne Art, den Unterstützern der Festspiele zu danken.“

Werner Geske

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