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Kultur „Fürs Casting reicht mir ,Happy Birthday‘“
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03:32 14.09.2013
Stephan Brauer. Quelle: Dietmar Lilienthal

Stephan Brauer hat sich ein Basecap mit der Aufschrift „Jesus Christ Superstar“ auf den kahl geschorenen Kopf gesetzt. Die Mütze erinnert an sein Regiedebüt vor sieben Jahren mit „Jesus Christ Superstar“: „Ich habe das Musical damals — der nicht ernst gemeinte Vergleich mit der göttlichen Schöpfung sei mir gestattet — ebenfalls in sieben Tagen inszeniert und bin dann 2006 mit einem Ensemble auf eine gefeierte Deutschlandtournee gegangen.“

Das weltbekannte Rock-Musical soll am 30. Januar 2014 seine Premiere in der Rostocker Nikolaikirche haben — erneut inszeniert von Stephan Brauer. Dabei will der Regisseur an den künstlerischen Erfolg anknüpfen, den er um die Jahreswende am selben Ort mit dem Musical „Evita“ hatte: „Die positive Resonanz, die diese Inszenierung fand, hat mir Mut gemacht.“

So motiviert, hat der 41-Jährige das anspruchsvolle Projekt schon in Angriff genommen. Dies obwohl er noch auf die Hilfe von Förderern und Sponsoren hofft: „Ich kann nicht auf staatliche Unterstützung bauen, deshalb sind private Geldgeber mit einem großen Herzen für die Kultur so wichtig!“

Für Brauer — Choreograph, Regisseur und Schauspieler in einer Person — kam nur ein Ort für die Aufführung des „Superstar“ in Frage: „Ich bin von der Nikolaikirche fasziniert. Sie bietet mir die authentische Kulisse.“ Mit dem Bühnenbild werde die Atmosphäre der Kirche kaum verändert, versichert Brauer. Er will nichts überladen, bevorzugt einen klaren Stil, ähnlich wie bei „Evita“. Eventuell wird es rollende Säulen geben, auf denen drei Pharisäer stehen — im Musical sind sie Jesus Christus‘ Gegenspieler. Die Säulen, so denkt es sich Stefan Brauer, könnten eventuell auch als Projektionsfläche dienen.

Dem Regisseur ist es gelungen, mit dem Hamburger Choreographen Sven Niemeyer, dem Dirigenten und Andrew-Lloyd-Webber-Spezialisten Volker Plangg und der Kostümbildnerin Andrea Eisensee profilierte Mitstreiter für sein Vorhaben zu gewinnen. Und was die Besetzung der Rollen anbetrifft, kann Brauer auch schon Namen nennen. So wird Christian Ventzke die Rolle des Jesus übernehmen und Katharina Schutza die der Maria Magdalena. Und eventuell ist Alexander di Capri wieder mit im Boot. Sie alle waren schon Mitwirkende der Rostocker Evita-Inszenierung. Während ebenfalls klar ist, dass Philipp Dürnberger den Jünger Simon verkörpern und Daniel Erik Biel den König Herodes darstellen wird, ist noch offen, wer den Part des römischen Statthalters Pontius Pilatus übernimmt. Ebenso ungeklärt ist, mit wem die Rolle des Judas besetzt wird. „Hier fällt die Wahl schwer, denn um sie haben sich viele renommierte deutsche Musicaldarsteller beworben“, sagt Brauer. Fest steht inzwischen die Mitwirkung der Rostocker Singakademie und des Celebrate-Chor aus Rostock. „Ich will das Musical mit einem reduzierten Orchester, das heißt: mit 18 Musikern, aufführen. Ich hoffe, dass ich die Junge Norddeutsche Philharmonie dafür gewinnen kann“, meint der Regisseur.Und er sucht noch Hobbysänger, die Mut zur Darstellung haben und bewegungsfreudig sind: „Es reicht zunächst, wenn sie beim Casting ,Happy Birthday‘ in verschiedenen Stimmlagen singen können.“ Doch sei dies kein Hinweis darauf, was auf die Laiensänger zukomme, denn das Stück verlange dem Ensemble alles das ab, was ein Musical ausmache, betont Brauer. Die Proben beginnen laut aktuellem Zeitplan am 6. Januar.

Ab sofort wartet Brauer unter der E-Mail-Adresse

masterpiecegmbh@aol.com
auf die Bewerbung von Sangesfreudigen aller Altersgruppen. Neben Kontaktdaten und einem kleinen Lebenslauf erbittet er von ihnen auch ein Foto. Gecastet wird am 17. September von 16 bis 18 Uhr im Atrium der Societät Rostock maritim, August-Bebel-Straße 1.

Kartenvorverkauf ab 20. September

in allen OZ-Servicecentern.

Werner Geske

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