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Hochhuth bringt Luther auf die Bühne

Bad Lauchstädt Hochhuth bringt Luther auf die Bühne

Die Uraufführung ist am 6. September in Bad Lauchstädt.

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Rolf Hochhuth greift dem Reformations-Jubiläum vor.

Quelle: ddp

Bad Lauchstädt. Nicht München, nicht Berlin, sondern das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) ist Schauplatz der Uraufführung von Rolf Hochhuths jüngstem Drama.

„Neun Nonnen fliehen“ rückt im Vorgriff auf das 500. Reformationsjubiläum, das in vier Jahren groß gefeiert wird, bereits jetzt den Reformator Martin Luther ins Zentrum. Die Hauptrollen sprechen Dominique Horwitz (Luther), Uwe Bohm (Cranach) und Caroline Beil (Katharina von Bora).

Das Stück ist ein Auftragswerk. In Anlehnung an Hochhuths berühmtes Schauspiel„Der Stellvertreter“ habe man sich von dem Autor eine Beleuchtung des Verhältnisses von Luther und Papst gewünscht, sagt Festivalleiterin Edda Moser, früher Star-Sopranistin unter Herbert von Karajan.

Der 82-jährige Hochhuth widmete sich aber lieber dem Verhältnis von Luther und den Frauen: Katharina von Bora und ihre Freundinnen waren die neun Nonnen, die aus der Klosterhaft befreit wurden. Ohne es geplant zu haben, seien die weiblichen Figuren zu den eigentlichen Helden geworden, sagt Hochhuth. Die Frauen seien in vielen Punkten weiter gewesen als Luther. Der Reformator habe beispielsweise die antisemitische Gesinnung seiner Zeitgenossen geteilt. Auch habe Luther dem Hexenwahn, der in protestantischen Gebieten besonders schlimm gewütet habe, nicht nur nichts entgegengesetzt, sondern sogar gesagt, er würde bei einer Hexenverbrennung als Erster Hand anlegen. „Jede Generation ist in einem gewissen Maß auch albern. Luther bildete keine Ausnahme“, meint Hochhuth, der stolz darauf ist, eine Reihe protestantischer Pastoren zu seinen Vorfahren zu zählen.

In Bad Lauchstädt wird man das aber nicht sehen. Das Stück wird als szenische Lesung gegeben. Die Uraufführung des Hochhuth-Dreiakters am 6. September ist bereits ausverkauft.

 

Johanna Di Blasi

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