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Immer Sehnsucht nach Harmonie

Rostock Immer Sehnsucht nach Harmonie

Ausstellung von Bildern des 1998 verstorbenen Stefan Eisermann an der HMT.

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Kurator Thomas Kumlehn zeigt in der Rostocker Ausstellung das Bild „Totem“ von Stefan Eisermann.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Freunde berichten, dass Maler Stefan Eisermann an der Staffelei gestanden habe, als er unvermittelt gefragt worden sei: „Was machst du da?“. Prompt sei die Antwort gekommen:

„Ich will mich dramatisieren!“ Hinter diesem spontanen Ausruf, so meint sein langjähriger Wegbegleiter Klaus Freese (65), habe der Anspruch des Künstlers gestanden, seinen Werken einen bedeutungsvollen Inhalt zu geben und in ihnen dem Idealzustand der Dinge so nahe wie möglich zu kommen.

Dieser Anspruch ans eigene Schaffen gab einer Ausstellung des 1998 im Alter von 55 Jahren verstorbenen Kunstmalers den Titel „Ich will mich dramatisieren“. Die Exposition ist an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) zu sehen. Zur Malerei kam der gebürtige Rostocker Stefan Eisermann in den 1970er Jahren unter anderem durch seine Schwester. Diese war in Potsdam als Kostüm- und Bühnenbildnerin am Hans-Otto-Theater tätig und verfügte damit — trotz eines permanenten Materialmangels in der DDR — über ausreichend Pinsel und Farben. Doch mit seinem künstlerischen Schaffen stieß

Eisermann in der DDR auf kein Verständnis. Das Gefühl, zurückgesetzt und in der künstlerischen Arbeit bevormundet zu sein, prägten ihn und seine Bilder.

„Stefan war ein ehrlicher und emotionaler Mensch. Er wollte eine bestimmte Intention mit seinen Bildern vermitteln. Wenn jemand diese nicht verstand, war er sehr enttäuscht, oft deprimiert, ablesbar zum Beispiel an seinem Bild ,Trauriger Mann‘“, erklärt Klaus Freese. Er geleitet gemeinsam mit Kurator Thomas Kumlehn (54) durch die Ausstellung von rund 30 Bildern. Sie stammen aus dem Nachlass des Künstlers und aus privatem Besitz. Der Betrachter ist von ihrer Buntheit und Intensität beeindruckt.

Freese führt vor das Bild „Daniel in der Löwengrube“, ein Werk, in dem der Maler eine Bibelgeschichte künstlerisch gestaltete: „Er konnte sich in die Geschichte einfühlen und sie malerisch großartig umsetzen.“ Und Kumlehn sagt über den Maler, der in diesem Jahr 70 geworden wäre: „Er sehnte sich stets nach Harmonie. Deshalb findet sich in vielen Bildern das Herz-Symbol als zentrales Motiv.“

Ausstellung bis 03. 11. im Foyer der HMT. Montags bis freitags 7 bis

24 Uhr, Wochenende 8 bis 23 Uhr.

 

Carolin Aßmann

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