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03:37 07.09.2013
Kurt Masur dirigierte 2012 im Kraftwerk Peenemünde das Baltic Youth Philharmonic. Quelle: Geert Maciejewski
Peenemünde

Als man ihn vor 21 Jahren für die Gründung eines Usedomer Musikfestivals gewinnen wollte, sei er, der damalige Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra, erst mal sehr überrascht gewesen, sagt Kurt Masur heute. Nächsten Freitag wird dem jetzt 86-jährigen weltweit beliebten Maestro in Peenemünde im Rahmen eines Sonderkonzerts der Europäische Kulturpreis 2013 verliehen. Ein Akt von großer Symbolkraft, denn Masur, der 1994 erster Schirmherr des Festivals war, blieb dieser Klassikreihe eng verbunden und ist in ihrer in zwei Wochen beginnenden 20.

Saison der Ehrenschirmherr.

Die Laudatio auf Masur hält der Komponist Siegfried Matthus. Vergeben wird der undotierte Kulturpreis von der in Basel ansässigen europäischen Kulturstiftung „Pro Europa“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Dirigent Daniel Barenboim, die Schauspieler Sir Peter Ustinov, Klaus Maria Brandauer und Armin Mueller-Stahl oder die Sänger Plácido Domingo und Thomas Quasthoff.

Stiftungspräsident Tilo Braune sagte gestern zur Auszeichnung für Kurt Masur: „Der Kulturpreis ehrt den großen Künstler sowohl für seine Lebensleistung als weltweit gefragter Dirigent als auch für sein vielfältiges Engagement für Nachwuchsmusiker. Zudem soll an Masurs humanistische Einstellung und seine Verdienste um die friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 erinnert werden.“ Damals hatte der Dirigent in Leipzig entscheidend dazu beigetragen, dass der Umbruch friedlich verlaufen ist.

Beim Sonderkonzert am 13. September erklingen im Kraftwerk der früheren NS-Heeresversuchsanstalt Peenemünde Anton Bruckners vierte Sinfonie, „die Romantische“, sowie Richard Wagners Ouvertüren zu den Opern „Tannhäuser“ und „Meistersinger von Nürnberg“. Es spielt das Orchester Baltic Youth Philharmonic, es dirigieren Masur selbst und Teilnehmer seines internationalen Dirigenten-Meisterkurses. Am Montag beginnen Masurs Dirigentenklasse und das Orchester mit jungen Musikern aus zehn Ostseeländern in Peenemünde zu arbeiten.

Das folgende 20. Usedomer Musikfestival bietet in seiner Jubiläumssaison (21. September bis 12. Oktober) an 27 Spielstätten der Insel rund 35 Konzerte mit über 700 Musikern. Der Länderschwerpunkt Estland und das Richard-Wagner-Jahr prägen das Programm.

Erstmals gibt es am geschichtsträchtigen Ort Peenemünde vier Konzerte. Nach dem Sonderkonzert mit Masur stehen die drei weiteren Großereignisse im Zeichen der aus Estland stammenden Musikerfamilie Järvi: Zur Eröffnung am 21. September spielt das Baltic Youth Philharmonic unter dessen Gründungsdirigenten Kristjan Järvi (41), am 24. September bringt dessen neun Jahre älterer Bruder Paavo Järvi mit der Kammerphilharmonie Bremen seine vielfach preisgekrönten Beethoven-Interpretationen auf die Insel Usedom. Und zum Abschluss des Festivals stellt ihr Neeme Järvi (76), der Patriarch der 1980 in die USA ausgewanderten Musikerfamilie mit dem NDR-Sinfonieorchester u.a. den „estnischen Sibelius“ Eudard Tubin mit seiner Sinfonia lirica vor.

Daneben werden Tradition und Moderne der estnischen Musik in zahlreichen Konzerten vorgestellt. Neben Richard Wagner prägen weitere Jubilare das Programm: Witold Lutoslawski (1913-1984) und Benjamin Britten (1913-1976).

Masur, Peenemünde und das Usedomer Festival
Kurt Masur, geboren 1927, war an verschiedenen deutschen Stadttheatern tätig, u.a. 1958-60 in Schwerin, bevor 1964 seine internationale Karriere begann. Von 1970 bis 1997 war er Gewandhauskapellmeister in Leipzig, 1991 bis 2002 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra, 2000 bis 2007 Musikdirektor des London Philharmonic Orchestra, 2002 bis 2008 musikalischer Leiter des Orchestre National de France.


Peenemünde gilt als Ausgangspunkt der Raumfahrt und der militärischen Raketentechnik gleichermaßen, weil dort in der Heeresversuchsanstalt Raketenwaffen für den Eroberungskrieg der Nazis entwickelt wurden. Die Geschosse wurden unter den NS-Propagandanamen „V1“ und „V2“ („V“ für „Vergeltungswaffe“) bekannt.


Das Usedomer Musikfestival findet seit 1994 jährlich im September statt, dieses Jahr vom 21. 9. bis 12. 10.

Die „Peenemünder Konzerte“ wurden vor elf Jahren vom NDR, dem Usedomer Musikfestival und dem Museum Peenemünde ins Leben gerufen.

Dietrich Pätzold

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