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Neuer Kapitän auf der Brücke der Störtebeker-Festspiele

Ralswiek Neuer Kapitän auf der Brücke der Störtebeker-Festspiele

Personalentscheidung des Open-Air-Theaters in Ralswiek ist vorläufiger Schlusspunkt nach mehreren kurzfristigen Wechseln der künstlerischen Leitung.

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Peter Dehler inszeniert künftig die Störtebeker-Festspiele ...

Ralswiek. Peter Dehler (50), Schauspieldirektor des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, führt 2014 Regie beim neuen Störtebeker-Stück „Gottes Freund“ auf der Naturbühne Ralswiek. Die Entscheidung stehe intern bereits seit langem fest, bestätigte gestern Peter Hick (64), der Intendant der Störtebeker-Festspiele. Deren aktuelles Piraten-Stück „Beginn einer Legende“

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Peter Dehler inszeniert künftig die Störtebeker-Festspiele ...

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werde dort bis zur letzten Vorstellung der 21. Saison am 7. September deutlich über 300 000 Zuschauer erreicht haben.

Dehler, als Regisseur und Autor („Petermännchen“, „Olsenbande“) seit langem in Schwerin, Berlin oder an Stadttheatern wie Chemnitz, Cottbus, Nürnberg und Potsdam erfolgreich, betonte, dass er die neue Aufgabe bei Deutschlands größtem Open-Air-Theater für mehrere Jahre übernehmen möchte — doch ohne Abstriche an seiner Theaterarbeit in Schwerin. „Diese Bedingung war mir wichtig. Die Proben in Ralswiek laufen vom 11. Mai bis zum 21. Juni 2014, das ist ein überschaubarer Zeitraum“, betonte er. „Aber es ist eine tolle Herausforderung und passt gut zu meinem Profil“, sagte Dehler.

Seit 1999 leitet der Regisseur das Schauspielensemble der Landeshauptstadt, inszenierte dort regelmäßig auch Open-Air-Produktionen. Mit originell bearbeiteten Weihnachtsgeschichten für die ganze Familie füllte der Vater von fünf Kindern zudem regelmäßig das Haus; in den vergangenen Jahren war er mit Ausflügen ins Musiktheater erfolgreich, zuletzt mit der Operette „Die Fledermaus“ bei den Schlossfestspielen 2013.

Für die Störtebeker-Festspiele könnte die gestern bekannt gewordene Personalentscheidung eine längere Phase der Unruhe beenden. Denn die Position des künstlerischen Leiters schien ein Dauerschleudersitz geworden zu sein, nachdem im Herbst 2011 Regisseur Holger Malich nach neun Jahren erfolgreicher Arbeit wegen eigener Pläne Ralswiek verlassen hatte. Von dessen Nachfolger Krystian Martinek trennte sich die Geschäftsführung noch während der Proben 2012 wegen künstlerischer Differenzen — und holte Malich als Retter noch mal zurück. Nach damaligen Verlautbarungen sollte 2013 der Schauspieler Sascha Gluth, der seit 2002 die Rolle des Störtebeker gespielt hatte, Regie führen — doch kurz vor dem Saisonstart sagte Hick ihm ab und präsentierte Kai Maertens als neuen Regisseur.

Offenbar war Hick auch mit dessen erster Freiluftinszenierung nicht zufrieden. „Ich habe Maertens schon eine Woche nach der Premiere per Mail mitgeteilt, dass er sich neu orientieren möge, weil wir bei uns keine Wiederholung einer Zusammenarbeit sehen“, sagte der Intendant gestern der OZ.

Eine Begründung gab Hick nicht, verwies aber auf den „Spagat zwischen Kunst und Kommerz“, bei dem sein Unternehmen erfolgreich sein müsse. „Aber“, so betonte er gestern, „das ist der Unterschied zwischen unserem Unternehmen und einem staatlich subventionierten Theater: Ich würde nie zulassen, dass ein Regisseur auf der Bühne sich selbst verwirklicht. Das geht hier nicht, wir brauchen hier traditionelles und einfach erzähltes Volkstheater.“

Über die Besucherzahlen der aktuellen Saison zeigt sich Hick zufrieden: „Wir hatten jedes Mal, nachdem Störtebeker geköpft worden war, beim Start der neuen Serie einen Absturz. Dieses Jahr hat uns der gute Sommer vor einem größeren Einbruch bewahrt.“

Peter Dehler: Schauspieler, Regisseur, Autor
Geboren 1963 in Leipzig, lernte Peter Dehler Elektriker, spielte in einer Rockband und begann als Liedermacher und Schauspieler am Poetischen Theater „Louis Fürnberg“ Leipzig.


1986 — 1990 studierte er an der Schauspielhochschule „Ernst Busch“ Berlin.

Seit Anfang der 1990er Jahre Regisseur in Schwerin, dann in Berlin, seit 1999 Schauspieldirektor in Schwerin.

Neben Inszenierungen als Autor von Schauspielen und Kabarettprogrammen sowie als Bearbeiter („Der Glöckner von Notre Dame“, „Solo Sunny“, „Olsenbande“) erfolgreich.

 

Dietrich Pätzold und Jens-Uwe Berndt

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