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Nicht ganz klar

Polizeiruf-Blitzkritik Nicht ganz klar

In „Zwischen den Welten“ haben die Ermittler neben ihrem Fall reichlich persönliche Probleme zu lösen.

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Das Team Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) auf der Suche nach dem Mörder einer schönen Jura-Studentin.

Quelle: NDR/Christine Schröder

Rostock. Der Polizeiruf 110 aus Rostock „Zwischen den Welten“ bot gute Fernsehunterhaltung am Sonntagabend. Auch wenn es nicht immer gelang, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und der Fall etwas banal und bieder daherkam – Anneke Kim Sarnau begeisterte mit der einfühlsamen Darstellung der Profilerin Katrin König. Und ebenso überzeugend gab Charly Hübner den kraftvolle, oft barschen, doch auch sensiblen Hauptkommissar Alexander Bukow.

Eine junge Frau liegt tot in einem Wald bei Rostock. Franzi, ihre sechsjährige Tochter wird traumatisiert in ihrer Nähe gefunden. Warum musste Julia Wenning sterben? Das ist die Frage, vor der Hauptkommissar Alexander Bukow und Profilerin Katrin König stehen. Franzi schweigt, und so fehlt es an Zeugen und einem Motiv für die Tat. Bald kommen die Polizisten dahinter, dass die ermordete Julia Wenning, Ehefrau, Mutter und Jurastudentin, zusammen mit ihrer Kommilitonin Lisa Schöning der Prostitution nachging. Die Ermittler nehmen sich Julias gesamtes Umfeld vor und sehen sich bald einigen Verdächtigen gegenüber. Darunter Julias Ehemann Stefan. Auch Nachbar Frank Freese gehört bald zum Kreis der Verdächtigen – allein es fehlt an Beweisen.

Doch nicht allein die zunächst schleppenden Ermittlungen machen Bukow und König zu schaffen. Denn eben eskaliert Bukows Ehekonflikt, und gerade arbeitet König mithilfe einer Psychologin die traumatischen Erlebnisse einer missglückten DDR-Flucht auf, bei der ihre Mutter ums Leben kam. Diese Konstellation führt jedoch auch zu einer amüsanten Episode dieses Polizeirufs, in der die beiden emotional angeschlagenen Ermittler ihren Frust im Alkohol ertränken und dann mit einem Karaoke-Duett die Ohren ihrer Zuhörer malträtieren. Konsequenz: Überdimensionale Sonnenbrillen und ein mächtiger Kater am nächsten Morgen. Es sind wohl auch amüsanten Szenen, die Bukow und König dem Publikum menschlich nahe bringt.

Wieder mit klarem Kopf, stürzt sich das Duo erneut in die Arbeit und findet heraus, dass Frank Freese – vernarrt in seine schöne Nachbarin, doch von ihr abgewiesen – zum Täter aus Leidenschaft und Verzweiflung wurde.

Werner Geske

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