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Kultur Ost-Seh-Bad Zingst mal wieder in Bewegung
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04:09 06.09.2013
Der Frosch als Artist: „Heartbeat Of Nature“ von Sebastian Lessy.
Zingst

— Menschen, Tiere, Sensationen. Es geht wieder bunt im Ost-Seh-Bad Zingst! Der dritte Höhepunkt des Jahres nach Fotofrühling und Fotofestival „Horizonte“ ist der „Aktive Fotoherbst“. Gestern wurden vier Ausstellungen eröffnet, die fotografisch in die dunklere Hälfte des Jahres weisen.

Open air auf dem Postplatz sind die „Kraniche“ von Carsten Linde in großen Aufstellern zu sehen. Im Foyer des Max Hünten Hauses zeigt der Tierfotograf Wilfried Wisniewski bis 15. November seine Bilder aus der Reihe „Magische Momente“. Tierfotografien, die wirken wie Schnappschüsse, vor allem aber Geduld benötigen. Wisniewski schaut der Hyäne zu, die einen Zwergflamingo verspeist, er blickt dem Löwen ins aufgerissene Maul oder beim intimsten Moment über die Schulter und rückt kämpfenden Flusspferden auf den nassen Leib. Am 3. Oktober zeigt der Fotograf in der Multimediahalle Zingst ab 20 Uhr seine Multivisionsshow „Serengeti“.

„Waidmanns heil — Jagd mit der Kamera“: Ebenfalls grandiose Tierbilder — aber tu huus. Klaus-Herbert Schröter, Revierleiter des Nationalparkamtes Vorpommern, ist als Foto-Ranger unterwegs. Er begleitet Touristen oder Tierfotografen, die gern mal einen röhrenden Hirschen mit der Kamera abschießen wollen, durch den Darßwald. Die Ergebnisse dieser friedlichen Streifzüge sind bis 15. November im Kurhaus zu sehen.

Im Zentrum des Fotoherbstes stehen jedoch Arbeiten, die nicht auf den ersten Blick zu erfassen sind. Die progressive Fotokünstlerin Jutta Engelage aus Münster zeigt in der Villa Ruh „In Bewegung“.

Bilder, die wirken wie Reihungen. Jutta Engelage sagt: „Es sind eher Sequenzen, weil es mir nicht darum geht zu sagen: ,Ich stehe hier drei Stunden und bilde eine Reihe von Bewegungen ab.‘“ Ihre Bilder stellen eher die Frage nach dem Charakteristischen der menschlichen (oder auch der tierischen) Bewegung im Raum. Was passiert da? Was passiert mit den Menschen? Was macht der Raum mit den Menschen? Und was machen die Menschen im Raum?

Zum Beispiel die Tapas-Bar in Madrid. In einer Durchreiche stapeln sich gelbe Tapas-Teller, immer weider greifen zwei grün behandschuhte Hände hindurch und sammeln das Geschirr zum Spülen ein. Oder die Pyramide in Münster. Ein zentraler Platz als umgekehrte Pyramide, in den die Menschen hineingehen können. Jutta Engelage zeigt immer dieselbe Stelle. Wir sehen Menschen, die sich dem tiefsten Punkt nähern, verweilen, sich setzten oder Kopfstand machen — und wieder fortgehen. Oder die Türen im Giraffengehege des Münsteraner Zoos. Die Tiere schreiten durchs Bild wie auf einem Laufsteg und so heißt die Foto-Serie auch. Es ist aber — das ist das Prinzip dieser Fotokunst — immer derselbe Punkt, den Jutta Engelage über einen längeren Zeitraum fotografiert und in ihren Arbeiten zusammenfügt. Rolltreppen, Flure, eine Treppe am Potsdamer Platz in Berlin. Bildserien, die jenem Geschichten erzählen, der sich auf diese Erzählweise enlässt.

Klaus Tiedge, Kurator in Zingst, erklärt diese intensive Mischung von Ausstellungen so: „Wir haben ja nicht nur kunst- und kulturinteressiertes Publikum wie in Ballungsräumen, sondern wir müssen die Leute auch vom Deich abholen. Aber an einem Platz in der Villa Ruh wollen wir der hehren Fotokunst Raum schenken.“ Menschen, Tiere, Sensationen!

Aktiver Fotoherbst Zingst
Galerie im Max Hünten Haus: „Magische Momente“ von Wilfried Wisniewski, bis 15. November, tgl. 10 bis 18 Uhr.

Multimediahalle: Multivisionsshow „Serengeti“ von Wilfried Wisniewski am 3. Oktober, 20 Uhr.

Leica Galerie: „Animal‘s world“, Didier Ruef, Vernissage 4. Oktober, 17.30.

Kunsthallenhotel Vier Jahreszeiten: „heartbeat of nature“; am 5. Oktober, 18 Uhr wird der Sieger des Online-Naturfotowettbewerbs bekanntgegeben.

Kurhaus: „Waidmanns heil — Jagd mit der Kamera“, bis 10. November, tgl. 10 bis 18 Uhr.

Open-Air-Ausstellung Postplatz: „Kraniche — Vögel des Glücks“ von Carsten Linde, bis November.

Villa Ruh: „Bewegung im Raum“, Fotokunst von Jutta Engelage, bis 3. November, Di. bis So. 10 bis 18 Uhr.

Michael Meyer

Wer dem Wortlaut der Ankündigung glaubte, hatte vorgestern auf der Burg Stargard möglicherweise falsche Erwartungen; zunächst wenigstens.

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