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Kultur Polizeiruf aus Rostock kommt etwas bieder daher
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03:47 26.08.2013
Werner Geske über den gestrigen Polizeiruf 110 in der ARD
Rostock

Der Rostocker Polizeiruf 110 „Zwischen den Welten“ bot am gestrigen Abend gute Fernsehunterhaltung. Auch wenn es nicht immer gelang, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und der Fall inhaltlich etwas banal und bieder daherkam. Erneut begeisterte Anneke Kim Sarnau mit der einfühlsamen Darstellung der Profilerin Katrin König. Und ebenso überzeugend gab Charly Hübner wiederum den kraftvollen, oft barschen, doch auch sensiblen Hauptkommissar Alexander Bukow.

Eine junge Frau liegt tot in einem Wald bei Rostock. Franzi, ihre sechsjährige Tochter wird traumatisiert in ihrer Nähe gefunden. Warum musste Julia Wenning sterben? Das ist die Frage, vor der auch Hauptkommissar Bukow und Profilerin König stehen. Franzi schweigt, und so fehlt es an Zeugen und einem Motiv für die Tat. Bald kommen die Polizisten dahinter, dass die ermordete Julia Wenning, Ehefrau, Mutter und Jurastudentin, zusammen mit ihrer Kommilitonin Lisa Schöning der Prostitution nachging. Die Ermittler nehmen sich Julias gesamtes Umfeld vor und sehen sich bald einigen Verdächtigen gegenüber. Darunter Julias Ehemann Stefan. Auch Nachbar Frank Freese und Julias Mentor Prof. Meiners gehören bald zum Kreis der Verdächtigen. Doch es fehlt an Beweisen. Aber nicht allein die zunächst schleppenden Ermittlungen machen Bukow und König zu schaffen. Denn eben eskaliert Bukows Ehekonflikt, und gerade arbeitet König mit Hilfe einer Psychologin die traumatischen Erlebnisse einer missglückten DDR-Flucht auf, bei der ihre Mutter ums Leben kam. Diese Konstellation führt jedoch auch zu einer amüsanten Episode dieses Polizeirufs, in der die beiden emotional angeschlagenen Ermittler ihren Frust im Alkohol ertränken und dann mit einem Karaoke-Duett die Ohren ihrer Zuhörer malträtieren. Konsequenz: überdimensionale Sonnenbrillen und ein mächtiger Kater am nächsten Morgen. Es sind wohl diese amüsanten Szenen, die Bukow und König dem Publikum menschlich nahebringen. Wieder mit klarem Kopf, stürzen sie sich erneut in die Arbeit und finden nun heraus, dass Frank Freese — vernarrt in die schöne Nachbarin, doch von ihr abgewiesen — zum Täter aus Leidenschaft und Verzweiflung wurde.

OZ

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