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Kultur „Postulate“ erinnern an die Geschichte einer Kunstschule
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03:45 09.09.2013
Der Architekt Gunther Derdau neben einer Metallskulptur, die das FAK-Signet darstellt.

„Postulate für Architektur und Design“ heißt die Ausstellung, die bis zum 5. Oktober im Roten Pavillon in Bad Doberan zu sehen ist. Diese Schau soll an die Geschichte der Fachschule für angewandte Kunst (FAK) Heiligendamm erinnern. Sie hatte dort von 1953 bis 1992 Geschichte geschrieben, ist inzwischen aber etwas in Vergessenheit geraten.

Absolventen der FAK unternehmen jetzt den Versuch, an ihre Bildungseinrichtung zu erinnern, auch an die künstlerische Freiheit, die dort zu finden war. An der FAK herrschte ein offener und kreativer Geist, „wie er sonst vielleicht nur im Bauhaus in Dessau zu finden war“, sind sich Gunther Derdau und Helmut Apmann einig. Die beiden gehören zu den 16 ehemaligen Studenten der FAK, die jetzt in Bad Doberan ausstellen. Ende der 1950er Jahre hatten sie in Heiligendamm studiert. Voraussetzung für die Zulassung an der FAK war übrigens eine abgeschlossene Berufsausbildung, was für die Studenten bedeutete, dass das Handwerkliche und das Künstlerische immer einvernehmlich nebeneinander standen.

In der Mitte des Pavillons thront nun eine Metallskulptur, die von FAK-Studenten in der Zeit von Heiligendamm gefertigt worden war. Sie stellt das FAK-Signet räumlich dar. Leider ist die dazugehörige Metallkugel irgendwann verloren gegangen. Eine zufällige Anspielung auf die Geschichte der FAK, denn nach der deutschen Wiedervereinigung verlor sich auch die Geschichte der FAK. Der politische Wille entschied damals, dass sie 1992 unter das Dach der Hochschule Wismar schlüpfen musste. Im Jahr 2000 wurde der Standort Heiligendamm gänzlich aufgegeben.

Ausgestellt wird jetzt in den Bereichen Bau & Raum, Grafik und Design, Keramik, Metall sowie Farbdesign & Schmuck. Der heute in Berlin lebende Gunther Derdau gibt einen Überblick über sein Berufsleben als Architekt. Er war unter anderem an der Innengestaltung des Volkskammer-Plenarsaales im Palast der Republik beteiligt. Helmut Apmann zeigt unter anderem Metallarbeiten. Blickfang der Ausstellung ist die großflächige Keramikarbeit mit exotischen Vögeln, die der Künstler Lothar Scholz 1985/86 für den Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde geschaffen hatte.

Man wolle nun auch ein Netzwerk von FAK-Absolventen bilden, „aber gerade bei den Jüngeren ist das schwierig“, so die erste Erfahrung von Gunter Derdau. Denn die ehemaligen Studenten der FAK hat es in ganz unterschiedliche Berufen verschlagen. Diese Lebensgeschichten zusammenzutragen wäre eine spannende Aufgabe, so eine weitere Idee der Initiatoren, auch ein Stückchen Erinnerungskultur. Denn die FAK war nicht nur für die Studenten ein prägender Lebensabschnitt, auch ein wichtiges Kapitel in der Kulturgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, lautet der Tenor der Ausstellung. „Postulate“ ist also ein erster Ansatz, die Geschichte der FAK wieder in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Im nächsten Jahr soll eine weitere Ausstellung folgen, „dann hoffentlich mit noch mehr Künstlern“, hofft Gunther Derdau.

„Postulate“ in der „Galerie Kunstverein Roter Pavillon e.V.“, Am Kamp, Bad Doberan, geöffnet bis 5. 10. Di bis Sa, 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Fachschule für angewandte Kunst
Seit 1949 wurden an der Fachschule für angewandte Kunst (FAK) — zunächst in Wismar, ab 1953 in Heiligendamm — Innenarchitekten sowie Möbel-, Produkt-, Grafik- und Schmuckdesigner ausgebildet.


Bis zum Sommer 2000 absolvierten rund 1500 Studentinnen und Studenten die Schule in Heiligendamm.


1992 wurde die FAK mit dem Status des Fachbereichs Design/Innenarchitektur an die Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Wismar angeschlossen. Seit dem Wintersemester 2000/2001 ist dieser Fachbereich auf dem Campus der Hochschule Wismar angesiedelt.


Am 21. September um 15 Uhr findet in der Ausstellung die Gesprächsrunde „Einblicke, Künstlergespräche“ statt: im Roten Pavillon Bad Doberan mit Gästen und ehemaligen FAK-Kommilitonen.

Thorsten Czarkowski

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