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Rauschhafter Balkanfolk in Burg Stargard

Burg Stargard Rauschhafter Balkanfolk in Burg Stargard

Wer dem Wortlaut der Ankündigung glaubte, hatte vorgestern auf der Burg Stargard möglicherweise falsche Erwartungen; zunächst wenigstens.

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Ekkehard Ochs über ein Konzert der Festspiele MV in Burg Stardard

Burg Stargard. Wer dem Wortlaut der Ankündigung glaubte, hatte vorgestern auf der Burg Stargard möglicherweise falsche Erwartungen; zunächst wenigstens. Es sei denn, er hatte sich schlau gemacht und dann geahnt, dass es bei Begriffen wie „Hochgeschwindigkeitsband“ mit 200 Beats pro Minute, Gypsy, Jazz, Funk und schweißtreibenden Ekstasen mit adaptierter Klassik (Mozart), swingendem Duke Ellington oder softiger Filmmusik wohl nichts werden würde.

Und da lag man richtig, denn die Balkan-Highspeed-Band „Fanfara Kalashnikov“ — was für ein Begriff! — schlug den vielen Besuchern ganz andere Dinge um die Ohren. Das international besetzte Ensemble tobte sich (leider ohne jede Programmansage) geradezu rauschhaft brachial durch vor allem auf rumänischen Straßen- und Dorffesten gängige Folklore, mit viel Blech(blasinstrumenten). Konzertante Soli auf Akkordeon und Gitarre und krachendes Schlagwerk traf auf balladesk bis urwüchsig herausgeschrieenen Gesang. Da zudem noch elektronisch verstärkt, bedurfte es eines sehr dicken (Trommel-)Fells, um in den Genuss eines dennoch faszinierenden Musizierens zu kommen. Auch wenn Sound und Lautstärke stets gleich blieben, bezog ihr Musizieren doch viel Reiz aus der Fremdartigkeit folkloristischer Themen und einer hämmernden rhythmischen Stringenz, die selbst frühromanische Mauern zum Beben brachte — von der atemberaubenden spieltechnischen Virtuosität aller Beteiligten ganz abgesehen.

Man muss das schon mögen, um vor allem das Fehlen dynamisch und vom Arrangement her differenzierterer Klanglichkeit nicht als Defizit zu werten. Dass es anders geht, bewiesen einige wenige eher „westlich“ orientierte Titel. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass den Festspielen MV mit diesen vor Energie und Musikalität geradezu berstenden Gästen mal wieder ein toller, begeistert gefeierter Coup gelungen war.

 

OZ

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