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Schwerin lädt zum Weltkulturfest mit Galerie-Neubau und Musik

Schwerin/Rostock Schwerin lädt zum Weltkulturfest mit Galerie-Neubau und Musik

Festspiele, Theater und Museum machen die Landeshauptstadt dieser Tage zum kulturellen Epizentrum des Nordens / Stargast ist der Künstler Günther Uecker

Schwerin/Rostock. Grüße ans Universum! Das ist gewiss etwas optimistisch für diese Kulturwoche in MV. Jedoch passend. „Greetings to the Universe. Das Weltkulturfest im Schweriner Residenzensemble“ heißt das Fest der Festspiele MV, des Mecklenburgischen Staatstheaters und des Staatlichen Museums, das ab 1. Juli, Tausende Gäste nach Schwerin ziehen wird.

Da lässt ein Land grüßen, das sich zum norddeutschen Kulturzentrum aufzuschwingen scheint mit all seinen Events und großen Namen. Bis Anfang Juli treten von Schwerin bis Greifswald, Rügen bis Hasenwinkel Musikstars wie der Dresdner Kreuzchor, die Bamberger Symphoniker, die New York Gypsy All Stars, Vilde Frang, Matthias Schorn, Nils Mönkemeyer, Kit Armstrong, Igor Levit, der Windsbacher Knabenchor oder der Schauspieler Ben Becker auf.

Das ist nur ein Teil der geballten Ladung Musik, die der Nordosten mal wieder zu bieten hat. Dazu kommen attraktive Piraten-Spektakel und Theaterfestivals.

„Greetings to the Universe“ – das gilt also über die Landeshauptstadt hinaus, auch wenn dort das kulturelle Epizentrum dieses Frühsommers zu orten ist – mit den Schlossfestspielen und der Eröffnung des Neubaus der Galerie „Alte & Neue Meister“ am Staatlichen Museum Schwerin. Dort finden auf 1500 Quadratmetern dauerhaft Künstler der Moderne Platz. Eine gläserne Brücke wird den Neubau mit dem 1882 eröffneten Altbau verbinden, wo das Museum seinen Schatz an Alten Meistern aus den großherzöglichen Sammlungen holländischer und flämischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts ausstellt. Nun ist die Moderne an der Reihe. Das Museum besitzt mit 90 Arbeiten eine hochkomplexe Sammlung von Marcel Duchamp. Diese Arbeiten bekommen einen eigenen Anbau der Moderne, in dem einem weiteren Sohn des Landes nun auch ein ihm angemessener Raum zugestanden wird. Günther Uecker aus Düsseldorf, 1930 in Wendorf geboren und auf Wustrow bei Rerik aufgewachsen, stellt in Schwerin einen berührenden Teil seines Gesamtwerkes aus, in dessen Zentrum stets der Mensch steht. Die „Wustrower Tücher“, die Uecker dort am Strand gefertigt hat, weisen auf das Ende des Zweiten Weltkriegs. Uecker wurde damals gezwungen, Leichen im Sand zu vergraben, die nach dem Untergang der „Cap Arcona“ angeschwemmt worden waren. Uecker: „Ich möchte diesen Toten etwas von ihrer Identität zurückgeben und stürze mich mit voller Konzentration in meine Sentimentalitäten und meine Biografie. Das hat schon was Liturgisches.“

In dem Neubau, den die Schweriner am 1. Juli mit einem Sommerfest eröffnen, zeigt das Museum neben Ueckers neuesten Arbeiten auch Künstler aus der Sammlung der Moderne. Ueckers Arbeiten aus der Sammlung werden im Altbau zu sehen sein.

Doch das ist noch nicht alles an Uecker, was das Land zu bieten hat. Die Kunsthalle Rostock zeigt ab 2. Juli die Schau „Der geschundene Mensch“. Diese 14 Arbeiten hat Uecker bereits im Jahr 1992 als Reaktion auf das Pogrom von Lichtenhagen entwickelt. Die Schau war seitdem in insgesamt 57 Ländern auf der ganzen Welt zu sehen. In Rostock endet diese Welttournee. Die Arbeiten sollen in der Sammlung der Kunsthalle bleiben und den Kern eines norddeutschen Zentrums für zeitgenössische Kunst bilden.

Michael Meyer

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