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Kultur So Seeed ist Rostock!
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00:00 02.09.2013
Die Seeed-Sänger Peter Fox alias Pierre Baigorry, Frank A. Dellé und Demba Nabé (v.l.) im Rostocker IGA-Park. Quelle: Marko Luptscho
Rostock

Drei coole Typen im Anzug, ein richtig steiler Bläsersatz mit Trompete, Saxophon, Posaune, Tuba, ein Haufen guter Mugger und Gaststar Marteria mit Rostockheimspiel genügen, um mal ordentlich die Sau raus zu lassen. Die Berliner Megamusik-Combo Seeed hat Freitagabend den Rostocker IGA-Park aber mal sowas von auseinander genommen, dass die Bässe laut Ohrenzeugen noch im westlichen Lichtenhagen Dorf gegroovt haben. 13 700 Besucher tobten sich im Park zu Reggae, Hiphop, Funk, Soul, Märschen inclusive Elektrobassdubidu und Drumlines aus. Andere nennen so was tanzen, was für die Action rund um dieses Konzert freilich ein zu bieder gegriffener Ausdruck wäre.

Zwei Lifeacts der Sonderklasse erlebte Rostock also in zwei Tagen. Zwei, die unähnlicher und ähnlicher kaum sein können. Die Toten Hosen rund um Bühnensau Campino beweisen seit Jahren, dass man mit drei Akkorden, gegrölten Kinderliedern und allerlei Rumgeblödel Massen zum Ausflippen bringen kann. Seeed geht den umgekehrten Weg. Richtig viel musikalischer Sprengstoff, eine völlig minimalistische Bühnenshow. Das Ergebnis ist dasselbe: Die Masse tobt. Und womit? Mit Recht!

Darbietungen dieser Art verdienen immer Fans. Die Berliner um Demba Nabé, Frank A. Dellé und Blaskapellenboss Peter Fox, der, wenn er spricht, so schnoddrig klingt wie die Berliner Komikerschnauze Kurt Krömer, ratterten Seeed-Klassiker wie „Aufstehn“ (2005) oder „Ding“ (2006) runter, was allein für Aufregung sorgte. Und sie bedienten sich umfassend beim 2012-er-Album „Seeed“. Mit dem aufgepimpten Reggae-Klassiker „Wonderful Life“ von Colin Vearncombe aus dem Jahr 1987, den Hits „Augenbling“ oder „Deine Zeit“ oder der Band-Hymne „Seeeds Haus“. Und was will man von einer Berliner Combo erwarten, die Reggae erfolgreich nach Jamaika exportiert? Die bringen auch Hansa Rostock den Groove. Juri Schlünz (52) lehnte recht gelassen nahe der Bühne herum: „Ich bin ja in Berlin geboren.

Da kann ich das hier mit meiner Frau richtig genießen.“ Jo Mann, warum nicht, die Kinder sind ja aus dem House!

Michael Meyer

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