Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Kulturhauptstadt Europas – platzt Titeltraum für Stralsund?
Nachrichten MV aktuell Kulturhauptstadt Europas – platzt Titeltraum für Stralsund?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 13.10.2016

Auf dem Weg zum Titel „Kulturhauptstadt Europas“ hat Stralsund schon vor der offiziellen Bewerbung eine Schlappe einstecken müssen. Mit Fördermitteln der Pomerania wollte die Hansestadt eine Kultur-Region Pommern schaffen – mit Stralsund als Zentrum. Doch der Traum zerplatzte, denn Stettin als großer polnischer Partner hat dem Projekt eine Abfuhr erteilt.

Wir haben alles gegeben, aber am Ende fehlte uns die Unterschrift eines polnischen Partners.“ Burkhard Kunkel, Stadtverwaltung

Dies steht in einem Schreiben, das der Stralsunder Stadtverwaltung im August auf den Tisch flatterte. Zwar stehe man zur kulturellen Zusammenarbeit, aber Stralsund als „Kulturhauptstadt Europas“

könne man nicht unterstützen, heißt es in dem Brief. Als Grund werden negative Erfahrungen angeführt.

Noch im Juli 2016 wollte Stralsund zusammen mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen, dem Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Partnerstadt Stargard, Stettin und der Woiwodschaft Westpommern bei der EU-Fördermittel beantragen, um die Entwicklung einer Kulturhauptstadtregion voranzubringen.

„Wir wollten ein nachhaltiges Grenzprojekt. Gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern haben wir alles vorbereitet. Es gab eine Budgetplanung, die Verantwortlichkeiten und die Organisation waren geklärt“, berichtete Burkhard Kunkel, Beauftragter der Stralsunder Stadtverwaltung für den Kunst- und Kulturbesitz, am Dienstagabend im Kultur-, Sport- und Bildungsausschuss der Bürgerschaft. Er räumte ein, dass der Rücklauf auf polnischer Seite von Anfang an sehr verhalten war. Lag es daran, dass die Polen kein Geld geben wollten, um Stralsund zur Kulturhauptstadt zu machen? Oder spielt eher die derzeitige Anti-EU-Politik in unserem Nachbarland eine Rolle? „Darüber können wir nur spekulieren. Und trotzdem muss ich sagen: Wir haben alles gegeben, aber am Ende fehlte uns die Unterschrift eines polnischen Partners“, musste Kunkel feststellen.

Mit der Absage der Polen liegen die Pomerania-Anträge erst einmal auf Eis. Problem für die Hansestadt Stralsund: Ohne die EU-Förderung fehlt das Geld. Tatsächlich ist die Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas mit erheblichen Kosten verbunden. Zum Vergleich: In Essen wurden 2010 zum Beispiel 61 Millionen Euro benötigt. 18 Millionen Euro stellte der Bund zur Verfügung, jeweils zwölf Millionen das Land Nordrhein-Westfalen und der Regionalverband Ruhr, sechs Millionen die Stadt Essen und 1,5 Millionen die Europäische Union. Die verbleibenden 11,5 Millionen Euro wurden von privaten Sponsoren eingeworben.

Ist die Stralsunder Bewerbung vor diesem Hintergrund noch ein Thema? Man müsste eine neue Finanzquelle suchen, hieß es im Ausschuss. „Und wir werden weiter nach Partnern suchen, um die Idee doch verwirklichen zu können“, so Burkhard Kunkel von der Stadtverwaltung.

Doch die Zeit drängt. Als letztmöglicher Abgabetermin für die nächste Pomerania-Förderperiode steht April 2017 im Raum . . .

Ines Sommer

Energieministerium prüft Pläne der Bundesnetzagentur auf Rechtmäßigkeit

13.10.2016

Von Frank Pubantz

13.10.2016

. Über 800 Jungen haben nach Veranstalter-Angaben gestern beim „Jungstag“ in Mecklenburg-Vorpommern männeruntypische Berufe ausprobiert.

13.10.2016
Anzeige