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Kunden in MV zahlen bundesweit am meisten für Gasnetze

Rostock Kunden in MV zahlen bundesweit am meisten für Gasnetze

Kosten zwei Drittel höher als in Berlin / Insgesamt sinken aber Gaspreise und auch Netzgebühren weiter

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Quelle: Patrick Pleul/dpa

Rostock. Die Kunden in Mecklenburg-Vorpommern zahlen im nächsten Jahr die deutschlandweit höchsten Preise für das Gasnetz. Nach Angaben der Internet-Portale Check24 und Verivox muss ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden 515 Euro an Netzentgelten ausgeben. Das sind zwar etwa fünf Euro weniger als in diesem Jahr, aber immer noch 65 Prozent mehr, als etwa die Berliner bezahlen müssen. Bundesweit werden die Netzentgelte für Gas – ein wichtiger Bestandteil des Endpreises – 2016 im Schnitt um gut ein Prozent zurückgehen. Die deutlichsten Rückgänge gibt es im Saarland mit sieben Prozent, aber auch in Bayern, Hessen oder Rheinland-Pfalz ist laut Verivox mit Entlastungen zu rechnen. Teurer wird es dagegen in Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Sachsen.

Die Verbraucher in Ostdeutschland müssen dabei rund 42 Prozent mehr aufwenden als die im Westen. Hinter MV folgt laut Check24 zwar das Saarland, dann kommen aber gleich Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit Jahresbeträgen von jeweils mehr als 400 Euro. Am günstigsten sind die Netzentgelte in Berlin mit 312 Euro jährlich, gefolgt von Bremen, Bayern und Hamburg. Die Netzkosten sind in dünn besiedelten Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern tendenziell höher als in Ballungsräumen.

Zudem spielen das Alter und der Wartungsaufwand der Netze eine Rolle.

„Bundesweit sehen wir leicht sinkende Netzentgelte“, sagte Jan Lengerke, Mitglied der Verivox-Geschäftsleitung. „Diese könnten den Trend zu allgemein sinkenden Gaspreisen weiter verstärken.“ Für das nächste Jahr haben bereits 13 von rund 700 Gasversorgern Preissenkungen von durchschnittlich 7,3 Prozent angekündigt, das wären immerhin rund 100 Euro im Jahr.

Die Bewegungen beim Gaspreis sind bei weitem nicht so ausgeprägt wie beim Heizöl, dessen Preis sich zeitweise halbiert hatte. Doch die Tendenz zeigt auch beim Gas abwärts. Anders als beim Strom werden die Gaspreise nicht vom Staat in die Höhe getrieben. Steuern und Abgaben machen hier nur ein Viertel des Gaspreises aus, bei Strom dagegen mehr als die Hälfte. Der Preis für Erdgas auf den Weltmärkten ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren etwas gefallen. Der Verivox-Gaspreisindex ging seit 2013 um rund 13 Prozent auf das Niveau von 2010 zurück.

Check24 meldet wiederum einen leichten Rückgang der Gaspreise um ein Prozent seit Juli 2010. Zum Vergleich: Der Preis für Heizöl ist gegenwärtig um etwa ein Fünftel niedriger als 2010, ist also deutlich stärker gefallen.

Der Abstand zwischen den teuren Gastarifen in der Grundversorgung und günstigeren Alternativtarifen hat sich in diesem Zeitraum vergrößert, berichteten beide Internet-Portale. „Aktuell ist die Preisspanne zwischen den Grundversorgern und den Alternativanbietern so groß wie nie – und damit auch die mögliche Ersparnis für den Verbraucher“, sagte Oliver Bohr von Check24.

Eckart Gienke und Axel Büssem

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