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MV aktuell Kunden lieben Fisch aus MV – doch der geht ins Ausland
Nachrichten MV aktuell Kunden lieben Fisch aus MV – doch der geht ins Ausland
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17:23 08.05.2018
Ein Fischer mit vollen Stellnetzen mit Hering auf dem Greifswalder-Bodden. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Rostock

Fisch steht auf der Speisekarte in Mecklenburg-Vorpommern ganz weit oben: 6,3 Kilogramm werden im Nordosten pro Kopf und Jahr verzehrt. Laut Hamburger Fischinformationszentrum ist das ein Kilo mehr als im bundesweiten Schnitt. Nur in Bremen (6,5 Kilo) wird noch mehr Hering, Dorsch & Co. verputzt als hierzulande. Vielen Verbrauchern ist es wichtig, dass der Fisch auf ihrem Teller in der Region gefangen wurde – was nicht immer der Fall ist.

16,3 Millionen Kilogramm Fisch zogen die Fischer in Mecklenburg- Vorpommern im Jahr 2016 aus der Ostsee.

Drei Viertel davon war Hering. Andere Arten fallen dagegen kaum ins Gewicht.

„Regionale Produkte liegen voll im Trend“, sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer beim Hotel- und Gaststättenverband MV. Ob Mai-Scholle oder Hornhecht-Wochen, Fisch aus Ostsee und Binnenseen sei bei vielen Restaurantbesuchern beliebt. Das gilt besonders für Feriengäste. „Im Urlaub möchte man etwas anderes als die Dorade, die es auch zu Hause gibt“, sagt Fischgroßhändler Frank Birnbaum aus Wolgast (Vorpommern-Greifswald). Gut 16 000 Tonnen Fisch zogen die Fischer in MV im Jahr 2016 aus der Ostsee. Die Menge sank seit 2008 um ein Viertel, durch geschrumpfte Fangquoten und weil Betriebe aufgaben. Hinzu kommen knapp 500 Tonnen Fisch aus Binnenseen sowie 1100 Tonnen aus Aquakultur.

Der größte Teil der Ware bleibt aber nicht in der Region. „97 Prozent unseres Fangs gehen ins Ausland“, sagt etwa Michael Schütt, Chef der Fischereigenossenschaft Freest. Abnehmerländer sind unter anderem Polen und Dänemark. Die Freester Genossenschaft unweit der Insel Usedom ist einer der größten Zusammenschlüsse von Fischern im Land. Weil viele Ostseefischer mit Stellnetzen arbeiten, erhält ihr wichtigster Fisch, der Hering, kein MSC-Zertifikat. Das wäre aber Voraussetzung, um an einen der großen Fischverarbeiter an der Küste liefern zu können.

„Wegen fehlender Zertifikate können wir zurzeit leider kaum regionalen Fisch verarbeiten“, sagt beispielsweise Robert Beetke, Qualitätsmanager bei der Firma Ostseefisch in Bentwisch (Landkreis Rostock), Lieferant für Räucherfisch im Einzelhandel. 150 Mitarbeiter verarbeiten jährlich bis zu 4000 Tonnen Frisch- und Tiefkühlfisch.

Fisch, der in MV gegessen wird, stammt aus fast allen Meeren der Welt. Die Verbraucherzentrale MV fordert, dass Firmen, die mit Regionalität werben, angeben, worauf sich das bezieht. Dass der Fisch nicht in der Nähe gefangen wird, sei in Ordnung – wenn es auf der Verpackung zu erkennen ist. „Es muss nachvollziehbar sein“, sagt Verbraucherschützerin Uta Nehls.

Das Marktpotenzial frischen Ostseefischs erlebt Michael Schütt jeden Tag im Laden der Freester Fischer. „Manche Kunden fahren 100 Kilometer, um bei uns Fisch zu kaufen“, sagt er. Und Urlauber würden nicht selten ganze Einkaufslisten für Freunde und Bekannte abarbeiten, bevor sie mit vollen Kühltaschen die Heimreise antreten.

Ungemach droht dem Ostseefisch von anderer Seite: Forscher warnen vor einer Belastung durch versenkte Altmunition.

Gerald Kleine Wördemann

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