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MV aktuell Kurzarbeit in den Lloyd-Werften: Mitarbeiter sollen auf Schulbank
Nachrichten MV aktuell Kurzarbeit in den Lloyd-Werften: Mitarbeiter sollen auf Schulbank
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00:01 21.05.2016
Wirtschaftsminister Harry Glawe

Den Mitarbeitern der Lloyd-Werften in Wismar, Stralsund und Warnemünde droht Kurzarbeit. 2017 will der malaysische Konzern Genting im Kreuzschifffahrtbau voll durchstarten, doch die Konstruktionphase könnte ein Jahr dauern. Lloyd und die Arbeitsagentur verhandeln daher über Kurzarbeit. Kommende Woche sollen Betriebsräte der Werften informiert werden, heißt es. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) signalisiert grünes Licht für Zuschüsse bei Qualifizierung.

Zehn Schiffe in den Auftragsbüchern

3000 Beschäftigte will der Konzern Genting auf den Lloyd-Werften in Bremerhaven, Wismar, Warnemünde und Stralsund bis 2022 haben, 1700 sind es derzeit.

Aufträge für zehn Schiffe sind erteilt – sechs Flusskreuzfahrtschiffe, eine Mega- Yacht und drei Kreuzliner für die Genting-Töchter Crystal Cruises und Star Cruises.

„Kurzarbeit muss nicht sein, jedenfalls nicht in Stralsund“, sagt Guido Fröschke von der IG Metall. Es sei genügend Arbeit vorhanden, um die Zeit zu überbrücken. Die Gewerkschaft macht Druck – fordert Aussagen der Lloyd-Spitze, wie es weitergehen soll. „Das Unternehmen ist am Zug“, sagt Thomas Messerschmidt, Sprecher der IG Metall Küste. „Es muss bald klar sein, an welchen Standorten welche Arbeit erledigt werden soll.“ Dann komme das Thema Kurzarbeit hinzu – und die Frage: „Welche Qualifizierung ist nötig?“

„Sehr gute Gespräche zum Thema Kurzarbeit“ habe es zwischen Lloyd und Arbeitsagentur im Beisein der Landesregierung gegeben, so Minister Glawe. Dabei sei es auch um die Frage gegangen, ob „sämtliche Mitarbeiter“, die von den Nordic-Werften auf Lloyd übergehen, die Anforderungen erfüllen. Bei dann möglicher Qualifizierung kommt die Landesregierung ins Spiel. Denn viele Werftler müssten noch einmal die Schulbank drücken, berichten Experten. Dies betreffe zum Beispiel anspruchsvolle Schweißverfahren. Für Zuschüsse habe das Land „Gesprächsbereitschaft signalisiert“, so Glawe. Die Lloyd-Werft reagierte bisher nicht auf OZ-Anfragen.

Zuständig für die Werften in MV ist die Arbeitsagentur Rostock. Kurzarbeitergeld werde gewährt, „wenn in Betrieben die übliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend verkürzt wird“, erläutert Sprecher Thomas Drenckow. Allerdings sei ein solcher Zuschuss nur bis zu zwölf Monate möglich.

Auch an Fördermitteln für Investitionen an den Werften ist Genting offenbar interessiert. Es lägen „erste Informationen, aber noch keine Förderanträge vor“, so Glawe.

Genting hat die Werften in Warnemünde, Stralsund und Wismar erst vor ein paar Wochen von Nordic-Yards-Inhaber Witalij Jussufow übernommen. Kaufpreis: 230 Millionen Euro. Vergangene Woche verkündete Konzern-Boss Tan Sri Lim Kok Thay in Wismar die Ausbau-Strategie für kommende Jahre: Das Personal – inklusive der Werft in Bremerhaven – solle von 1700 auf 3000 aufgestockt werden. Mit Subunternehmen seien sogar 6000 Stellen möglich. Thay unterzeichnete Aufträge über zehn Schiffe im Gesamtwert von 3,5 Milliarden Euro (die OZ berichtete).

Frank Pubantz

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