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Lässig chillen mit Rapper Marteria

Rostock Lässig chillen mit Rapper Marteria

Rostocker Fotofestival „Horizonte“: 7500 Besucher verfolgen Foto-Schau am Strand von Warnemünde

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Glücklich im Team: Moderator Matthias Bohn, Organisator Peter C. Gliem und Rapper Marteria (v.l.).

Rostock. Bangen bis zuletzt um die „Rostocker Horizonte“: „Mittwoch haben wir noch überlegt, ob wir alles canceln“, sagt Peter Christian Gliem, Geschäftsführer der Rostocker Brauerei und Initiator der Foto-Schau. Grund waren Regen und Wind. Die verflüchtigten sich zwar Freitag kurz vor der Schau, dafür gab es eine weitere Hiobsbotschaft: Starfotograf Paul Ripke, Kurator und Chef-Juror, hatte seinen Flieger verpasst und saß in Aserbaidschan fest. Dorthin hatte er Formel-1-Pilot Nico Rosberg begleitet. Dafür schickte er seinen Freund, Rapper Marteria, der von 7500 Besuchern gefeiert wird.

OZ-Bild

Rostocker Fotofestival „Horizonte“: 7500 Besucher verfolgen Foto-Schau am Strand von Warnemünde

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„Ich bin Rostocker, da ist es doch klar, dass wir das zusammen über die Bühne bringen“, sagt der 33-Jährige, der sich bereitwillig mit seinen Fans fotografieren läßt. „Das ist richtig cool“, schwärmt der neunjährige Noah Schröder. Auch Mama Viola ist begeistert: „Das haben wir wirklich nicht erwartet.“ Für Brauerei-Chef Gliem Rettung in letzter Minute: „Marteria hat es heute morgen erfahren und ist extra angereist. Nun kommt eben nicht der Fotograf, sondern das Model.“

Marteria alias Marten Laciny erscheint als Überraschungsgast zum dritten Foto-Block, der neben Bildern Ripkes vom WM-Finale der deutschen Nationalmannschaft 2014 in Rio intime Einblicke in das Leben des Rappers gibt, den Ripke auf Tournee begleitet hatte. Einige Momente hatte Laciny selbst festgehalten und Kumpel Paul sogar mal nackt unter der Dusche fotografiert. Vorausgegangen waren zwei Foto-Blöcke mit 250 Bildern, die die Jury – Vertreter von Brauerei, OSTSEE-ZEITUNG und der Rostocker Agentur Pro Event – aus 4000 eingereichten Fotos ausgewählt hatte. Damit hat sich die Zahl der Bilder im zweiten Jahr fast verdreifacht. „Langsam kommen wir an unsere Kapazitätsgrenze“, sagt Gliem. „Unser Server ist am Wochenende gleich zweimal komplett abgerauscht.“ Auch die Auswahl der Gewinner war drei Stunden harte Arbeit. „Wir haben um jedes Bild hart gekämpft“, so Gliem.

Das Gewinnerfoto von Daniel Dittus – ein schwules Pärchen, das sich vor einem Plakat mit halbnackten Frauen küsst – beweist, dass man manchmal einfach nur zur richtigen Zeit abdrücken muss. „Ich habe drei Bilder gemacht, weil der Autofokus meiner Kamera hakt. Erst zu Hause habe ich gemerkt, dass sich die beiden Männer geküsst haben“, sagt Dittus. „Der Dialog und die Kontroverse haben die Jury komplett überzeugt“, erklärt Gliem. Der Titel „Rostocker Horizonte“ ist für ihn Programm. „Er impliziert, dass die Rostocker eben auch über den Horizont hinausschauen“, betont Gliem im Hinblick auf Toleranz und Weltoffenheit.

Das zeigen auch die Bilder zu den vier Themenkomplexen Meer, Stadt, Erde und Mensch, die aus allen Teilen der Welt stammen. Musikalisch umrahmt wird das Spiel mit Licht, Farbe und Perspektive von den Studenten der Hochschule für Musik und Theater (HMT) um Professor Benjamin Köthe, der immer wieder musikalische Brücken zwischen Themenkomplexen schafft. „Alles live und made in Rostock“– für Gliem sind das zwei Erfolgsgaranten der Schau.

Und wenn es nach Rostocks Tourismus-Chef Matthias Fromm geht, soll diese auch im nächsten Jahr wieder im Seebad stattfinden. „Ich hoffe, dass wir die Rostocker Horizonte nun dauerhaft in Warnemünde haben“, sagt er. Diese Einladung nimmt Gliem gerne an. „Wir knüppeln jetzt schon wie verrückt für nächstes Jahr.“ Obwohl die Brauerei die Kosten für das Event – laut Gliem rund 50000 Euro – allein stemmt, will der Brauerei-Chef das Event 2017 zahlenmäßig weiter toppen. „Auch für den Juryvorsitz gibt es schon Ideen, aber die verraten wir noch nicht. Bewerbungen nehmen wir aber gern an.“

Inspiration aus Zingst

Peter Christian Gliem, Geschäftsführer der Hanseatischen Brauerei Rostock, hatte 2015 die Idee zu der Live-Fotoshow an der Ostsee. Gliem holte sich dazu verschiedene Partner ins Boot.

Die wichtigsten: das Umweltfotofestival „Horizonte“ Zingst, das Bilder von Profi-Fotografen und viel Erfahrung beisteuert, und die Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock, die den Sound für die Show liefert, die unter dem Namen „Rostocker Horizonte“ vier Mal für je eine halbe Stunde gezeigt wurde. Bis jetzt gab es zwei „Horizonte“ in Rostock.

Stefanie Büssing

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