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Land gibt nach: Wolgaster Klinik bekommt Stationen zurück

Wolgast Land gibt nach: Wolgaster Klinik bekommt Stationen zurück

Schwerin will umstrittene Schließung wieder zurücknehmen / Auslöser sind anhaltende Proteste und Angst vor noch mehr AfD-Wählern bei der Bundestagswahl

Wolgast. Die Schweriner Landesregierung beugt sich offenbar dem Druck für eine Wiederöffnung der Kinder- und Frauenmedizin am Krankenhaus Wolgast. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG haben sich die Spitzen der rot-schwarzen Koalition geeinigt, die heftig umstrittene Schließung wieder aufzuheben. Diese Entscheidung soll in den kommenden Wochen verkündet werden. „Das ist unser Weihnachtsgeschenk für Vorpommern“, sagt ein Beteiligter.

Im November sind mehrere Gesprächsrunden in der Peene-Stadt geplant, mit Vertretern von Landtagsfraktionen und Regierung sowie Gegnern der Schließung aus der Region. Anschließend wollen Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) öffentlich mitteilen, dass Kreißsaal, Kindermedizin und Frauenheilkunde eine Zukunft in Wolgast haben, heißt es.

Auf Anfrage dementieren sowohl Sellerings Sprecher Andreas Timm als auch Glawes Sprecher Gunnar Bauer: Eine solche Entscheidung gebe es nicht. Beide betonen aber, dass Gespräche an einem runden Tisch mit der Wolgaster Bürgerinitiative zugesagt worden sind.

Andere Regierungsvertreter berichten in Hintergrundgesprächen, dass noch viele Frage offen seien, beispielsweise die für eine Neueröffnung nötige Zustimmung der Krankenkassen. Es gebe aber den Willen, den Wolgastern entgegenzukommen. Als möglicher Betreiber der Stationen ist die private Klinikgruppe Ameos, die das Krankenhaus im nahen Anklam betreibt, im Gespräch. Bislang ist Anklam neben der Greifswalder Uni-Klinik Ausweichort für Geburten, Kinder- und Frauenmedizin für die Region Usedom.

„Das wäre der Hammer“, sagt Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) über den sich abzeichnenden Kurswechsel in Schwerin. Erst am Donnerstag hatten 1000 Menschen aus der Region für die Kinderstation und die Frauenheilkunde demonstriert, die bereits Anfang dieses Jahres geschlossen wurden. „Diese Politik bringt die Leute auf die Straße“, sagt Weigler. Er hält es für bemerkenswert, dass noch immer so viele Leute bereit sind, dafür zwei Stunden Kälte und Regen zu trotzen.

Viele Wähler und Kommunalpolitiker gaben die Stationsschließungen als einen Hauptgrund für den erdrutschartigen Sieg der AfD in der Region Usedom bei der Landtagswahl im September an. Befürchtungen, dass sich das bei der Bundestagswahl 2017 noch verstärken könnte, sind laut Weigler eine weitere Motivation für die Landespolitik, zurückzurudern. „Wir haben Dampf gemacht“, sagt Anke Kieser von der Wolgaster Bürgerinitiative. Die Stationen könnten rasch wieder be-

trieben werden, meint sie: „Es ist noch alles da.“

Gerald Kleine Wördemann

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