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MV aktuell Land spart bei Schülerfirmen
Nachrichten MV aktuell Land spart bei Schülerfirmen
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00:05 09.06.2016

Schwerin Das Land Mecklenburg-Vorpommern dreht Schülerfirmen den Geldhahn zu. Gab es 2013 noch 576000 Euro für Betreuung und Beratung der Mädchen und Jungen mit Geschäftsambitionen aus, sind es in diesem Jahr nur noch 195000 Euro. 2017 sind sogar nur noch 36000 Euro vorgesehen. Die Zahl der Schülerfirmen, die beraten werden, sank von 149 auf 88.

Simone Oldenburg, Landtagsabgeordnete der Linken, schlägt daher Alarm und fordert Korrektur.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) dagegen beruhigt: Die Arbeit mit Schülerfirmen solle in den normalen Schulalltag integriert werden.

„Unverantwortlich“ sei es, wie die Landesregierung derzeit mit dem Thema umgehe, so Oldenburg. Sie stelle „die Schülerfirmen ins Abseits“. Auf eine Anfrage erhielt die Linke Antwort: Das Wirtschaftsministerium förderte demnach die Beratung der jungen Unternehmer an Schulen über den Europäischen Sozialfonds. Da sich Kriterien jedoch verändert hätten, fallen die Schülerfirmen mittelfristig raus. Dafür sollen verstärkt „Projekte im Kontext von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Technologiezentren“ unterstützt werden.

Klartext: Das Wirtschaftsministerium zieht bei Schülerfirmen den Stecker; offiziell ist nun das Bildungsministerium verantwortlich. Bis August wird noch eine Beraterfirma gefördert. Dies sei „ein Schlag ins Gesicht für den Teil der Berufsfrühorientierung, der funktioniert hat“, so Oldenburg. An vielen Schulen gelinge es mit Engagement, auch Schüler mit schwächeren Leistungen über die Firmen für wichtige Themen zu interessieren: Geldflüsse, Warenaustausch, Organisation oder Zeitmanagement. Schüler übernehmen Pausenversorgung, bieten Mode feil oder geben Nachhilfe. Manche erhielten später nur Ausbildungsverträge, „weil sie Geschäftsführer in einer Schülerfirma sind“, erklärt Oldenburg, die früher selbst Schulleiterin war. Die Linksfraktion fordere die Regierung nun auf, Insolvenzen zu verhindern.

Wie viele Schülerfirmen es landesweit gibt, weiß offenbar niemand. Minister Brodkorb lässt sie gerade zählen. Oldenburg beruft sich auf eine Auskunft der Internetseite Schülerfirmen MV; demnach hätten 163 Firmen in zurückliegenden Jahren aufgehört.

„Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Firmen stabil ist und dies auch bleibt“, entgegnet Brodkorb. Er wolle das Angebot „in die schulische Regelstruktur überführen“, heißt: im Unterricht mit den Jungen und Mädchen arbeiten, dazu Stellen schaffen.

Simone Oldenburg hat ihre Zweifel, ob das gelingt. „Bienen kann ich nicht während des Unterrichts züchten“, sagt sie.

fp

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