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08:24 05.02.2019
Erste Entwürfe: So könnte das Landesmuseum am Rostocker Stadthafen aussehen. Quelle: Sinai Landschaftsarchitekten, Berlin
Rostock

Die Landesregierung hat eines der wichtigsten Kulturprojekte in MV vorerst gestoppt: Nach OZ-Informationen hat die Staatskanzlei die Planungen für das neue Archäologische Landesmuseum am Rostocker Stadthafen auf Eis gelegt. Der Grund: Die Kosten sollen sich gegenüber den ursprünglichen mehr als vervierfacht haben. Statt 20 Millionen Euro könnte der Neubau nun bis 100 Millionen Euro kosten. „Wenn wir dieses Projekte nicht umsetzen, blamieren wir uns alle bis auf die Knochen“, ätzt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) in Richtung Schwerin.

Hintergrund: Im April 2017 hatten sich SPD und CDU auf die Hansestadt als Standort für das Museum geeinigt. Auch Greifswald, Neustrelitz, Schwerin und das Tollensetal waren bis dahin im Rennen. In Vorpommern will das Land quasi als Gegenleistung das Schloss Ludwigsburg bei Loissin kaufen und sanieren. Ursprünglich sollte das neue Landesmuseum in Rostock in ein Gebäude der Stadt, die Societät Maritim am Steintor, ziehen. 20 Millionen Euro wollte das Land investierten.

Bau am Stadthafen wird teurer

Doch sowohl OB Methling als auch Finanzsenator Mathias Brodkorb (SPD) entschieden sich um – und für den Stadthafen. „Das ginge mit einer deutlichen Kostensteigerung einher“, sagt jetzt Henning Lipski, Sprecher von Kultusministerin Birgit Hesse (SPD). Sie ist für das Museum zuständig. Von mindestens 80 Millionen Euro ist nun die Rede. Und: Im neuen Landesmuseum sollen auch nicht mehr nur 17 neue Jobs entstehen, sondern bis zu 50. Auch der Silberschatz,

Offenbar zu viel für Teile der Regierung: Nach OZ-Informationen hatte CDU-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wegen der Kosten-Explosion Alarm geschlagen. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schweswig (SPD) soll, so heißt es aus ihrem Umfeld, irritiert über die massiven Mehrkosten sein. Die Staatskanzlei habe die Planungen deshalb „angehalten“, die Konzepte seien nicht ausreichend. „Es gibt Bedenken auf beiden Seiten der Koalition. Wir haben noch Diskussionsbedarf“, erfuhr die OZ aus SPD-Kreisen.

Rostock könnte 20 bis 25 Millionen Euro übernehmen

Der Stop für die Planungen in Rostock kommt zu einer Unzeit: Das Landesmuseum ist Kernstück der Planungen für den Umbau des kompletten Stadthafens – und als Zentrum der Bundesgartenschau 2025 vorgesehen. Im Rathaus reagieren die Verantwortlichen gereizt: Bis zum Sommer müssten die Pläne fertig sein.

„Wir müssen in den kommenden acht Wochen die Weichen stellen“, warnt OB Methling. „Auf der Zielgeraden bekommt das Land plötzlich Angst. Kein Wunder, die Ministerpräsidentin muss ja auch jeden Cent achten.“ Schwesig habe die beitragsfreie Kita versprochen, die Landkreise wollen bis zu 400 Millionen Euro pro Jahr vom Land.

Rostock will sich deshalb am Museum beteiligen: „Wir gehen von 60 bis 80 Millionen Euro Baukosten aus. 20 bis 25 Millionen Euro könnte die Hansestadt übernehmen“, bietet Methling an.

In dem neuen Landesmuseum könnte unter anderem auch der Wikinger-Silberschatz von Harald Blauzahn gezeigt werden, den ein 13-Jähriger 2018 bei Schaprode auf Rügen entdeckte. „Es macht Sinn, solche bedeutenden Funde im Archäologischen Landesmuseum zu zeigen“, so Ministeriumssprecher Lipski.

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Andreas Meyer

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