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Land und Lehrer ziehen Schreibschrift vor

Schwerin Land und Lehrer ziehen Schreibschrift vor

Ab 2016 werden finnische Erstklässler nur noch in Druckschrift unterrichtet. Experten sind geteilter Meinung.

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Dinara (7) und Leon (7) aus der 1c der Kühlungsborner Fritz-Reuter-Grundschule lernen bei Klassenlehrerin Corina Windzio (43) Druck- und Schreibschrift.

Quelle: Frank Söllner

Schwerin. Finnland bringt die digitale Revolution ins Klassenzimmer: Dort sollen Schüler ab Herbst 2016 keine Schreibschrift mehr lernen. Stattdessen werden die Schulanfänger nur noch in Druckschrift unterrichtet. Auch in Deutschland gibt es ähnliche Ideen — so ist die Druckschrift in Hamburg seit 2011 vorrangig. Die Meinungen der Experten gehen auseinander.

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Mathias Brodkorb (SPD), Bildungsminister von MV.

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„Druckschrift kann man besser lesen und sie wird beim Einscannen im Computer erkannt“, sagt Frank Kühn, Schulleiter der Deutsch-Finnischen Schule in Helsinki. Auch Susanne Riegler, Professorin für Grundschuldidaktik an der Universität Leipzig, sieht in der Druckschrift klare Vorteile: „Sie begegnet den Kindern im alltäglichen Leben und ist einfacher zu schreiben.“ Für Thomas Weßler, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen in MV, ist die Handschrift eine eigene Leistungsfähigkeit, die zum Verständnis beiträgt. „Nur die Druckschrift zu unterrichten wäre mal ein Schulversuch, den man fachspezifisch begleiten kann“, sagt Weßler. Ein Ende der Schreibschrift befürworte er nicht. Grit Jarmer sieht ein Ende der Schreibschrift eher problematisch. „Die Schreibschrift ist wichtig für dynamische Prozesse“, erklärt die Fachdidaktikerin der Universität Greifswald.

Es gibt keine Änderungspläne, die Schreibschrift bleibt, heißt es aus dem Bildungsministerium MV. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) lehnt eine solche Schulreform ab. „Schreibschrift ist eine Kulturtechnik, die erhalten bleiben muss“, so Brodkorb. Auf die Idee, keine Schreibschrift mehr zu lehren, würde er nicht kommen. Sowohl Schreib- als auch Druckschrift sind seit 2005 fester Bestandteil des Lehrplanes. „Die Schüler lernen zuerst die Druckschrift, dann die Schreibschrift“, erklärt Henning Lipski, Pressesprecher des Bildungsministeriums.

„Die Druckschrift wird im ersten Halbjahr gelehrt, da sie wichtig ist für das Lesen“, sagt Margit Klotz, stellvertretende Schulleiterin der Fritz-Reuter-Grundschule Schwerin. Dennoch sehe sie, dass den Kindern die Schreibschrift mehr Spaß macht. „Ich persönlich begrüße die Schreibschrift“, sagt die 62-Jährige. Bei der Druckschrift müsse man jedoch sehen, wie es sich entwickeln wird.

Auch Mandy Hamann hält es nicht für sinnvoll, Schülern ausschließlich Druckschrift beizubringen. „Ein Kind sollte in der Lage sein, einen handschriftlichen Zettel zu lesen“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin der Werner-Lindemann-Grundschule Rostock.

Für das Erlernen der Schreibschrift ist auch Christine Teske aus Güstrow. „Die Kinder sollten weiterhin die Schreibschrift lernen, es stellt etwas Persönliches dar“, sagt die Mutter eines 13-jährigen Sohnes. Viele Schüler identifizieren sich mehr mit in Schreibschrift geschriebenen Texten: „Wir dürfen in der Schule Schreib- und Druckschrift schreiben, aber Schreibschrift mag ich lieber“, sagt die neunjährige Lina Prinz, Schülerin an der Heinrich-Heine-Schule in Warnemünde.

Auch Jonas Paetsch (18) würde die Abschaffung sehr bedauern: „Die Schreibschrift ermöglicht die Entwicklung einer individuellen Handschrift“, sagt der Gymnasiast aus Ribnitz-Damgarten. Mitschülerin Corinna Nawatzky findet es schön, Schreibschrift zu schreiben: „Es sieht viel ansprechender aus“, meint die 19-jährige Gymnasiastin aus Ribnitz-Damgarten.

 



Diana Süss

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Schreibschrift abschaffen?

Von Axel Büssem

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