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Landrat von Riesen-Kreis fordert Senkung von Mindestschülerzahl

Neubrandenburg Landrat von Riesen-Kreis fordert Senkung von Mindestschülerzahl

Mecklenburg-Vorpommern hat die nach Fläche bundesweit größten Landkreise, aber – ohne Touristen – auch die dünnste Besiedlung.

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Heiko Kärger, Landrat im Seenplatte-Kreis

Quelle: N. Fellechner

Neubrandenburg. Mecklenburg-Vorpommern hat die nach Fläche bundesweit größten Landkreise, aber – ohne Touristen – auch die dünnste Besiedlung. Da Prognosen weitere Einwohnerrückgänge voraussagen, stehen viele Schulen auf der Kippe.

Das Land braucht nach Ansicht von CDU-Landrat Heiko Kärger wegen der dünnen Besiedlung dringend geringere Mindestschülerzahlen für Grund- und Regionalschulen. Andernfalls müssten wegen des Bevölkerungsrückgangs bis 2028 etwa die Hälfte der Grundschulen geschlossen werden, wobei die Region Demmin besonders betroffen wäre, sagte Kärger, der die Mecklenburgische Seenplatte als den bundesweit größten Landkreis leitet, gestern in Neubrandenburg. Es sei auch nicht sinnvoll, wenn Grundschüler länger als eine Stunde zur Schule fahren müssten.

Der Landkreis – der mehr als doppelt so groß wie das Saarland ist – hat nach Kärgers Angaben die meisten Schüler Mecklenburg-Vorpommerns. Im Schuljahr 2016/17 werden etwa 24 500 Schüler rund 100 allgemeinbildende Schulen besuchen, darunter 10 200 Grundschüler. Der Prognose zufolge wird die Bevölkerungszahl von jetzt 262 000 bis auf 222 000 im Jahr 2028 sinken. Pro Quadratkilometer leben bundesweit 230 Menschen, im Nordosten 71 und an der Seenplatte 50. Dies soll kreisweit auf 37 und in den Regionen Demmin und Mecklenburg-Strelitz sogar auf 27 Menschen pro Quadratkilometer sinken.

Damit würde sich laut Kärger bis 2028 die Zahl der Grundschüler auf etwa 5580 fast halbieren. Man könne aber nicht jede zweite Grundschule schließen, denn dies würde auch die Kommunen schwächen.

Wegen langer Schulwege gibt es im Landkreis schon zehn sogenannte kleine Grundschulen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht ab 20 Schülern, wie in Wredenhagen, Altenhof und Schönfeld sowie acht Regionalschulen mit Ausnahmeregelungen. Hier können fünfte Klassen schon mit 21 Schülern gebildet werden, statt sonst mit bis zu 36 Schülern.

Kleine Grundschulen können bleiben, wenn Schüler ansonsten mehr als 40 Minuten zur Schule unterwegs sind. Die Regionalschulen können Ausnahmen für „Eingangsklassen“ beantragen, wenn die Schüler andernfalls einen Schulweg von mehr als einer Stunde hätten. In den letzten fünf Jahren sei die Schülerzahl noch annähernd stabil geblieben, hieß es. Die Steigerung um etwa 1200 Schüler im Vergleich zu 2011 gehe vor allem auf die geburtenstarken Jahrgänge 2006/2007 – es gibt mehr Siebtklässler - und die Zuwanderung zurück.

Probleme gebe es mit den derzeit etwa 1140 „nichtdeutschen Schülern“ bisher nicht. Ähnlich dünn besiedelt sind die Kreise Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald.

Winfried Wagner

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