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Lange Haftstrafen nach Mordversuch an Flüchtlingen

Rostock Lange Haftstrafen nach Mordversuch an Flüchtlingen

. Zwei junge Männer aus dem Landkreis Rostock müssen jetzt lange in Haft: Das Landgericht Rostock verurteilte Thomas H.

Rostock. . Zwei junge Männer aus dem Landkreis Rostock müssen jetzt lange in Haft: Das Landgericht Rostock verurteilte Thomas H. (25) und Florian H. (26) gestern wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung jeweils zu fünf Jahren Gefängnis. Die beiden Angeklagten hatten vor Gericht zugegeben, in der Nacht zum 12. Oktober 2014 zwei Brandsätze auf die Flüchtlingsunterkunft in Groß Lüsewitz geworfen zu haben. Eines der Geschosse zerschellte und setzte ein Kunststoff-Fenster in Brand. Das andere prallte am Haus ab und brannte am Boden.

Verletzt wurde dabei niemand.

Ihnen sei bewusst gewesen, dass durch die Brandsätze Menschen hätten zu Schaden kommen können. Allerdings sei ihnen dies damals aufgrund ihres Alkoholpegels egal gewesen, hatten die beiden Täter zugegeben. Im Haus hatten damals 38 Flüchtlinge, darunter 18 Kinder geschlafen.

Vor der Tat hätten die Männer während einer Geburtstagsfeier Bier und Cola-Wodka getrunken. Dort sei die Idee des Anschlags gekommen, hieß es im Prozess. In der selben Nacht hätten sie sich Benzin von der Tankstelle besorgt, damit leere Bierflaschen befüllt, angezündet und sie anschließend gegen das Haus geworfen. Nach der Tat seien sie unentdeckt entkommen und in einer Rostocker Diskothek gewesen.

Das Gericht sah bei der Tat drei Mordmerkmale erfüllt: Die Männer hätten wegen des Anschlags zur Nachtzeit heimtückisch gehandelt, mit gemeingefährlichen Mitteln wegen der Molotow-Cocktails und wegen Ausländerfeindlichkeit aus niedrigen Beweggründen. Sie seien trotz starken Alkoholkonsums voll steuerungsfähig gewesen. Sie hätten den Tod vieler Menschen, die zum Tatzeitpunkt geschlafen hatten, billigend in Kauf genommen. Rechtsanwalt Peer Stolle begrüßte als Vertreter eines Geschädigten das Urteil. Das Gericht habe ausländerfeindliche und rassistische Motive festgestellt, sagte er. Das Urteil auch wegen versuchten Mordes sei ein deutliches Zeichen, wie solche Taten verfolgt werden müssen, betonte Stolle.

OZ

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