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MV aktuell Langes Warten: In MV fehlen mehr als 1000 Kita-Plätze
Nachrichten MV aktuell Langes Warten: In MV fehlen mehr als 1000 Kita-Plätze
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00:00 21.02.2018
Rostock

/Stralsund. In MV fehlen nach Einschätzung von Experten mehr als 1000 Kita-Plätze. Zwar gibt es rein rechnerisch mehr Plätze als zu betreuende Kinder, es gibt jedoch große regionale Unterschiede. Vor allem in den Städten herrscht Mangel. Viele Eltern sind verzweifelt. In Greifswald schätzen Fachleute den Bedarf auf 150 Krippen- und 240 Kita-Plätze.

„Alle Kitas, Krippen und Tagesmütter sind voll belegt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) kürzlich. „Wir müssen gegensteuern. Es ist ein Wettbewerbsnachteil für die Stadt, wenn wir keine Kita-Plätze bieten können.“

Auch in Stralsund sind die Betreuungskapazitäten knapp: Mindestens 260 Plätze fehlen in der nächsten Zeit. Allein in der Krippe stehen 100 Familien auf der Warteliste. In der Kita ist die Situation noch dramatischer, denn für die Drei- bis Sechsjährigen fehlen 160 bis 180 Plätze. Dass Handlungsbedarf besteht, wurde bereits vor gut einem Jahr festgestellt. „Geplant ist, durch Neubau und Erweiterungsmaßnahmen die neuen Plätze zu schaffen“, heißt es aus dem Stralsunder Rathaus.

In Wismar müssen sich Eltern bei vielen Kitas in Wartelisten eintragen. Um die Suche zu erleichtern und die Wartezeiten zu verkürzen, prüft die Hansestadt jetzt die Einrichtung einer Online-Plattform. Für Monty Schädel vom Landeselternrat MV ist das Problem, „dass es einfach zu wenige Kita-Plätze gibt“. Wartelisten gibt es auch in Rostock, vor allem in Kitas im Stadtzentrum. Die Prognosen gehen in den kommenden Jahren von jährlich gut 2000 neugeborenen Rostockern aus. „Das sorgt für Probleme in der Versorgung“, erklärt Jugendhilfe-Planer Robert Petzold. Deshalb würden 350 zusätzliche Plätze in der Krippe, 650 im Kindergarten und 650 im Hort benötigt.

Auch in der Tagespflege gibt es Engpässe. „Viele Eltern rufen ganz verzweifelt an und weinen am Telefon“, sagt Susanne Kuhlmann vom Landesverband für Kindertagespflege. „Vielen ist es inzwischen schon egal, ob sie ihr Kind in die Tagespflege oder in die Kita geben – Hauptsache sie haben einen Betreuungsplatz.“

Kuhlmann arbeitet in Schwerin in der Kindertagespflege. In der Landeshauptstadt fehlten mindestens 150 Plätze. Für ganz MV schätzt sie die Lücke auf mehr als 1000. „Ein Grund dafür ist, dass die Bedarfspläne nicht korrekt an die steigenden Geburtenzahlen und die Zuwanderung angepasst wurden“, glaubt Kuhlmann. Hinzu komme der Fachkräftemangel.

Ihr Verbandskollege Rene Eichhorn aus Rostock sieht gerade in der Kindertagespflege die schlechte Bezahlung als weiteren Grund: „Wenn man es umrechnet, bekommt man pro Kind 1,70 Euro pro Stunde.

Viele hören daher auf und suchen sich einen besser bezahlten Job, da sonst Altersarmut droht.“ Dass Tagesmütter und -väter in Rostock zu schlecht bezahlt werden, hat gerade erst das Schweriner Verwaltungsgericht geurteilt. Seiten 5 und 6

Axel Büssem

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