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Leichenschau bundesweit regeln

Rostock Leichenschau bundesweit regeln

Rechtsmediziner fordern eine einheitliche Todesbescheinigung

Rostock. Von 10000 untersuchten Todesbescheinigungen wiesen 27 Prozent mindestens einen schwerwiegenden Fehler auf, erklärt Privatdozent Dr. Fred Zack vom Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Rostock. Den Hauptgrund für die vielen Fehler bei der Ausstellung der Totenscheine sieht Zack in der Organisation der ärztlichen Leichenschau in Deutschland. „Es sind keine Spezialisten am Werk. Wenn ein niedergelassener Arzt beispielsweise zweimal im Jahr zu einer Leichenschau gerufen wird, stellt sich bei ihm kaum eine Routine ein“, sagt Zack. Zur Verbesserung dieser unbefriedigenden Situation empfehlen Zack und seine Mitarbeiter die Einführung einer bundeseinheitlichen Todesbescheinigung sowie von unabhängigen und qualifizierten Leichenschauen. Dazu sollte kurzfristig die Aufforderung des Gesetzgebers, dass die Ärzte die Todesbescheinigung unverzüglich nach der Leichenschau auszustellen hätten, gestrichen werden.

„Natürlich wäre eine bundeseinheitliche Regelung zu den gesetzlichen Vorgaben am besten“, sagt auch Prof. Britta Bockholdt, Direktorin des Institutes für Rechtsmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald. Sie erinnere sich, dass ihr früherer Chef in den 1990er Jahren an der Freien Universität in Berlin schon dafür gekämpft hat. „Ich würde es ausdrücklich begrüßen, wenn wir ein bundeseinheitliches Bestattungsgesetz und eine einheitliche Todesbescheinigung hätten“, betont Britta Bockholdt.

Der Hausärzteverband in MV sieht die Situation bei fehlerhaften Totenscheinen nicht dramatisch. „Die Studie befasst sich ausschließlich mit dem Formular des Totenscheins. Sie sagt also nichts über die Qualität der ärztlichen Leichenschau und der Betreuung von Angehörigen in einer Extremsituation aus“, erklärt Stefan Zutz, 1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes.

Bei der Ärztekammer von MV wird die Rostocker Studie zurzeit ausgewertet. Die Zahl der dabei festgestellten schwerwiegenden Fehler erscheine ungewöhnlich hoch, heißt es von der Ärztekammer. Derzeit sei der Vorschlag von Dr. Fred Zack, dass nur ausgewählte und speziell ausgebildete Ärzte die Leichenschau vornehmen sollen, nicht umsetzbar.

bs

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