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Leidender Hirsch: Jäger und Polizei in der Kritik

Leidender Hirsch: Jäger und Polizei in der Kritik

Marlow. Ein von einem Auto angefahrener Hirsch musste 19 Stunden lang mit dem Tod ringen.

Marlow. Ein von einem Auto angefahrener Hirsch musste 19 Stunden lang mit dem Tod ringen. Deshalb hat ein Ehepaar aus Marlow (Vorpommern-Rügen) Anzeige wegen Tierquälerei erstattet – gegen einen Jäger. Der sollte das schwer verletzte, aber noch lebende Tier von seinen Qualen erlösen. Doch er habe das Tier nicht gefunden, sagt der Jäger. Auch Polizisten versuchten vergeblich, das Tier zu töten. Einem zweiten Jäger gelang dies. Über den Fall diskutieren Leser auf der Facebook-Seite der OZ.

 

OZ-Bild

Dieter Schlange fand den leidenden Hirsch.

Quelle: Carolin Riemer

Immer geht es gegen die „bösen Jäger“, ärgert sich Jan Grundmann . Es sollte auch mal über ehrenamtliche Aktivitäten von Jägern – Müllsammelaktion, Nistkästenanbringen oder Baumpflanzung mit Kindern berichtet werden. „Sicher hätte das Tier von seinen Qualen zeitnah erlöst werden müssen.“ Diese „negative Hetze gegen Jäger“ störe ihn mittlerweile sehr. Markus Florian Meier schließt sich an: „Lächerliche Hetze gegen Jäger. Die Polizisten hätten den Hirsch auch erlösen können.“ Alexandra Palzer entgegnet: „Das hat nichts mit Hetze zu tun. Der Jäger hat einen Fehler gemacht und wird nun dafür belangt. Außerdem rechtfertigen gute Taten keine schlechten.“ Sarah Amalia von Thünen sieht zur Not jeden Menschen in der Verantwortung: „Man muss auch mal selbst tätig werden, anstatt daneben zu stehen und zu warten. Mussten auch schon mal ein angefahrenes Reh erlösen. Es war für keinen von uns einfach.“ Manchmal sei dies die einzige Hilfe für ein so schwer verletztes Tier. Marcus Wall sieht die Waidmänner in der Pflicht: „Jeder Jäger hat die Verpflichtung, für seine Jägerschaft einen positiven Eindruck in der Öffentlichkeit zu hinterlassen.“ Ansonsten nütze all die vielleicht gut durchgeführte Hege und Pflege nicht viel. Und: „Von einem Normalbürger kann rechtlich und auch ethisch nicht verlangt werden, die Aufgabe eines Jägers – gemeint ist das Töten eines Tieres nach Verkehrsunfall – zu übernehmen.“

Für Robert Hauff ist nicht nur der Jäger Schuld am langen Todeskampf des Hirsches: Zwar hätte der Jäger schneller reagieren müssen. Aber auch die Polizisten hätten das Tier erlösen müssen. Dok Tor Wily hat noch einen anderen Beteiligten im Blick: „Dann aber auch Anzeige gegen den flüchtigen Unfallverursacher wegen Fahrerflucht.“ bs

OZ

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