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Leitungswasser im Restaurant: Das erste Glas kostet meist nichts

Rostock Leitungswasser im Restaurant: Das erste Glas kostet meist nichts

Til Schweiger will 4,20 Euro für einen Liter in seinem Restaurant / In MV ist das anders

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Regisseur Til Schweiger

Quelle: Foto: J. Kalaene/dpa

Rostock. Skurriler Zank ums erfrischende Nass: Schauspieler und Regisseur Til Schweiger soll in seinem Hamburger Restaurant „Barefood Deli“ aufbereitetes Leitungswasser für 4,20 Euro den Liter verkaufen. Für Schweiger ist der Preis in Ordnung: Das Leitungswasser werde ja veredelt. Sollte Leitungswasser im Restaurant etwas kosten? Die OSTSEE-ZEITUNG hat bei Gastronomen nachgefragt.

Andere Länder – andere Sitten

In Italien serviert der Kellner kostenloses Leitungswasser zu jedem Kaffee. In den USA und in Österreich steht zumeist eine Karaffe voller Leitungswasser auf dem Tisch. Und in Frankreich ist durch ein Dekret festgeschrieben, dass neben Brot und Gewürzen die Karaffe Wasser zum Essen dazugehört – ohne berechnet zu werden.

„Ein Glas Leitungswasser bieten wir natürlich kostenlos an, wenn ein Gast den Wunsch äußert. Das verstehen wir unter gutem Service“, sagt Thomas Kursikowski, einer der Inhaber vom Hotel & Restaurant Gastmahl des Meeres in Sassnitz auf Rügen. Mehr gehe nicht. „Wir leben schließlich vom Getränkeverkauf“, sagt Kursikowski. Ähnlich sieht es Jens Girulat, Inhaber der Rostocker Gaststätte „Stralsunder“: „Wir nehmen nichts für einen Schluck unseres gefilterten Wassers. Wenn jemand dagegen einen Liter Wasser trinken, aber nichts essen möchte, dann sieht es anders aus.“

Vito Donnadio vom Restaurant San Remo in Greifswald sagt: „Na klar, Leitungswasser ist bei uns kostenlos. Der Gast muss nur sagen, dass er ein Glas haben möchte.“

Die Stralsunder EssBar-Inhaberin Gitti Karkhof betreibt vorwiegend ein Weinrestaurant. „Bei jeder Bestellung eines Weins stelle ich eine Karaffe Wasser gratis dazu, beim Mittagstisch ebenso“, erzählt sie.

Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV, sieht manche Preise kritisch: „4,20 Euro für einen Liter Leitungswasser, ein solcher Preis ist in unserem Land nicht vorstellbar.“ Es wäre nicht ratsam, da MV für Gäste aus dem Ausland weiter interessant werden will. Für internationale Gruppen sollte in jedem Fall kostenloses Wasser auf den Tischen stehen.

In der Stralsunder Pausch-Hansebar gibt es ein kleines Glas Wasser ohne Bezahlung. Aber: „Wenn wir merken, dass Gäste dieses Angebot ausnutzen und es nicht mehr im Verhältnis zum Umsatz steht, müssen wir weitere Gläser Wasser natürlich berechnen“, betont Chef Thomas Pausch. Im Restaurant und Café „Schwedenwache“ Wismar wird das ebenso gehalten. „Ein Glas Leitungswasser bieten wir gerne kostenlos an, wenn der Gast ganz normal essen oder Wein trinken will“, sagt Inhaberin Grit Berger.

Leitungswasser ist bei vielen Gästen beliebt. Kein Wunder: „Das Rostocker Leitungswasser überzeugt durch seine ausgezeichnete Qualität, ist ein exzellenter Durstlöscher und kann frisch gezapft aus dem Hahn getrunken werden“, erklärt Gabi Kniffka, Sprecherin der Eurawasser Nord GmbH. Der Liter koste 0,183 Cent. „Neben einer Servicepauschale, die ein Restaurantbesitzer für ein Glas Leitungswasser durchaus verlangen könnte, sollte das ,Wasser aus dem Hahn’ für den Gast moderat angesetzt sein“, meint Gabi Kniffka.

In Deutschland bestehe laut Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rechtlich kein Anspruch auf ein kostenloses Glas Wasser. „Ein Gastronom kann sein Leitungswasser umsonst anbieten, aber muss es nicht“, erklärt Matthias Dettmann, Dehoga-Hauptgeschäftsführer in MV. Auch beim Angebot von Leitungswasser würden Dienstleistungen erbracht: Das Glas werde zur Verfügung gestellt, serviert, gespült etc., hinzu kämen anteilige Kosten, wie für das Personal.

Bernhard Schmidtbauer

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