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MV aktuell Leser fordern: Plattdeutsch muss erhalten werden
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00:05 21.04.2016

Rostock. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) will Plattdeutsch im Schuljahr 2017/18 als neues Abiturfach an den weiterführenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern einführen. Im Juni sollen die ersten vier Gymnasien ausgewählt werden, an denen Niederdeutsch bis zum Abitur unterrichtet wird: „anstelle einer zweiten Fremdsprache ab Klasse 7“ und als freiwilliges Angebot, heißt es. Die Linke im Schweriner Landtag hält nichts von den Plänen. Niederdeutsch sei eine Regional-, keine Minderheitensprache. Darum könne sie auch nicht anstelle einer zweiten Fremdsprache angeboten werden, heißt es aus der Fraktion.

Zu Brodkorbs Plänen meint Hildegard Röming: Am Leben wird Plattdeutsch nur erhalten, wenn es im Alltag gesprochen wird. „Also leif Lüd, de ji noch Platt köönt: spräken, spräken, spräken!“ Hans Wilken schreibt: „Platt as Abiturfach is Unsinn. Wi möten in Verbinnung mit de Flüchtlingsfrach up uns Dörper dat Geld insetten. Nu, wo Frühjohr is un Sommer kümmt, koennen sei dor so na un na intrecken. ‘N lütten Goorden anlegen, Tüffel un Gemüs‘ anbugen. Un mit uns Hülp liehrn sei dorbi ok por plattdütsch Wür. Dat watt wat!“

Platt als Schulfach findet Rüdiger Templin notwendig. „Man sollte den Schülern auch verdeutlichen, dass es Ähnlichkeiten zum Englischen in Phonetik, Wortstamm und Satzstellung gibt.“ Das erleichtert das Erlernen der englischen Sprache. Enrico Melzer findet die Idee klasse. „Dialekte sind Kulturgut und sollten erhalten bleiben. Roman Fritz sagt: „Sehr guter Vorschlag! Unsere Mundart soll nicht verstummen.“ Bernd Lange hält dagegen: „Platt eine Mundart? Wenn ich sächsisch rede, rede ich mundartlich, aber Platt?“ Es ist eine eigenständige Regionalsprache.

Niederdeutsch als Abi-Fach sehen etliche Leser kritisch. Es sind bald Wahlen in MV, was soll Bildungsminister Brodkorb dem Wahlvolk bieten, meint Dr. Karl-Michael Meiss. Etwa fehlende Lehrer oder Unterrichtsausfall? Das sieht Enrico Kasch ähnlich: Brodkorb „sollte den allgemeinen Lehrermangel beheben und sich um die teilweise zu langen Schulwege kümmern“. Nadine Erxleben fragt: „Die Kinder können nicht mal vernünftiges Hochdeutsch sprechen oder gar schreiben, haben aber schon in Klasse 3 Englisch mit Benotung — und sollen jetzt noch Plattdeutsch lernen?“ Ebenso Bernd Krüger: „Haben die Schüler nicht schon genug unsinniges Zeugs im Lehrplan? Was hilft einem Plattdeutsch im späteren Leben, gar im Ausland?“

Niederdeutsch als Wahlfach ist für andere Leser vorstellbar. So sagt Norbert Jacob: „Platt als Schulfach? Fakultativ immer, begrüßenswert.“ Für Martin Henning

ist „Platt als Wahlfach, so wie es zu meiner Zeit war, völlig ausreichend“. Sven Discher schreibt: „Mein Sohn hatte das bereits im Kindergarten und jetzt in der 1. Klasse immer noch. Er hat viel Spaß daran. Macht aber wirklich nur als Wahlfach Sinn.“ Dennis Burmeister berichtet: „Mein Sohn ist 1. Klasse und damit gerade sehr überfordert.“ Von Platt als Schulfach ist er nicht überzeugt.

Von Bernhard Schmidtbauer

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