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MV aktuell Linke fordern ein Tablet für jeden Schüler in MV
Nachrichten MV aktuell Linke fordern ein Tablet für jeden Schüler in MV
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11:37 07.11.2018
Digitaler Unterricht – in vielen Schulen des Landes ist das noch längst nicht Realität. Quelle: dpa
Rostock

Jedem Schüler in MV sein Tablet oder Laptop – mit dieser Forderung wirbt die Linke um eine Offensive bei der Digitalisierung. „Die Digitalisierung stockt“, erklärt Linken-Landeschef Torsten Koplin. Der schleppende Breitbandausbau wirke sich negativ auf die Schulen aus. Koplin und Linken-Co-Cefin Wenke Brüdgam fordern „ein landesweites Investitionsprogramm, gegen die digitale Spaltung im Land“, um Kommunen finanziell zu unterstützen. Bei Eltern rennen sie damit offene Türen ein. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) dagegen erklärt: Inhalte seien wichtiger als Tablets für alle.

Torsten Koplin, Landeschef der Linken: „Wir fordern ein landesweites Investitionsprogramm gegen die digitale Spaltung im Land, damit jeder Schüler über ein digitales Endgerät verfügt.“ Quelle: dpa

Vor einem halben Jahr stellte die Landesregierung ihre „Digitale Agenda“ vor. Ein wesentlicher Punkt darin: Schulen für die digitale Zukunft fit machen. Doch der Prozess verlaufe schleppend, heißt es von den Linken. „Digitale Medienbildung darf nicht davon abhängen, ob eine Schule in einer reichen oder armen Kommune steht“, so Koplin. Er fordert: endliche leistungsfähige Internetanschlüsse, Weiterbildung für Lehrer, ein Gesamtkonzept.

„Wir verlieren zu viel Zeit, reden zu viel und handeln zu wenig“, sagt Kay Czerwinski, Vorsitzender des Landeselternrates. Es brauche endlich einheitliche Standards an Schulen, wie digitale Bildung vonstattengehen soll. Digitale Geräte für alle seien aus seiner Sicht gar nicht nötig, da fast jeder Schüler bereits eines habe. Wer sich dies nicht leisten könne, dem müsse aber geholfen werden. Eine andere Idee wäre eine Cloud-Lösung. Ebenso wichtig sei, Lehrer für die digitale Medienbildung zu qualifizieren.

Das sieht Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag MV, ähnlich. „Digitale Bildung spielt an Hochschulen im Land gar keine Rolle.“ Folge: Auch junge Lehrer, die derzeit fertig werden, seien unzureichend auf die Digitalisierung an Schulen vorbereitet. „Da müssen wir ran“, so Fittschen. Er glaubt: Bis alle Schulen im Land zufriedenstellende Lösungen habe werde es „mindestens drei Jahre“ dauern.

Bildungsministerin Hesse verweist auf den Digitalpakt für Schulen, der mit dem Bund ausgehandelt ist. 70 Millionen Euro sollen bis 2021 nach MV fließen. Die Umsetzung stocke derzeit in Berlin. „Der Digitalpakt kann unseren Schulen einen großen Modernisierungsschub verleihen“, so Hesse. Zuständig für Ausstattung der Schulen seien aber die Träger, vorrangig Kommunen. Die Forderung nach Tablets für alle weist Hesse zurück. „Uns ist wichtig, dass wir Schülern Kompetenzen vermitteln, wie sie mit digitalen Medien umgehen. Deshalb steht Pädagogik vor Technik.“ Seit Beginn des Schuljahres werde an 21 Modellschulen im Land das Fach „Informatik und Medienbildung“ erprobt, das ab kommenden Sommer an allen weiterführenden Schulen eingeführt werden soll. Für Lehrer-Fortbildung seien derzeit Experten im Einsatz.

Den Linken dauert das alles zu lange. „Die digitale Lehrerbildung befindet sich derzeit im Tiefschlaf“, so Koplin. „Sie braucht endlich neue Impulse.“

Bei der Digitalisierung rangiert MV bundesweit am Ende. Im kürzlich vorgestellten Vergleich von 401 Kreisen und Städten im Auftrag des Handelsblatts gab es diese Platzierungen: Landkreis Rostock 398, Ludwigslust-Parchim 397, Nordwestmecklenburg 381, Vorpommern-Greifswald 380, Mecklenburgische Seenplatte 375, Vorpommern-Rügen 373, Hansestadt Rostock 119, Schwerin 91.

Weiterlesen:

Interview: Brauchen alle Schüler in MV ein Tablet?

Pro: Digital denken

Contra: Tablets helfen Schülern wenig – andere Fähigkeiten wichtig

Frank Pubantz

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