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MV aktuell Lizenz-Wucher zur EM: Keine Fanfeste in Rostock und Wismar
Nachrichten MV aktuell Lizenz-Wucher zur EM: Keine Fanfeste in Rostock und Wismar
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00:01 21.04.2016

Rostock. Vorfreude auf die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich: Heute in 50 Tagen ist Anpfiff — und die Veranstalter von Fanfesten sind mitten in den Vorbereitungen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird es eine Reihe von Public Viewings geben — allerdings sagen auch viele Städte ab.

In Rostock wurde zum Beispiel noch keine öffentliche Großveranstaltung angemeldet. Das liege hauptsächlich an den Kosten für die Übertragungsrechte der Spiele. „Bei Veranstaltungen für mehr als 300 Personen ist eine Lizenz des europäischen Fußballverbands Uefa erforderlich“, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Je nach Größe sind das zwischen 500 und 8000 Euro. „So viel Bier kann gar nicht verkauft werden, um das Geld reinzubekommen“, meint Kunze.

Die hohen Kosten haben auch dem FC Anker Wismar die Fußball-Party verdorben. „Die Pläne für ein Public Viewing haben wir verworfen“, sagt Marketingleiter Robert Hempel.

In Heringsdorf auf Usedom wird dagegen erneut ein Fußballstrand aufgebaut. Zur EM 2012 in Polen und der Ukraine berichtete von dort das ZDF — 230 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Übertragungen aus der Strandarena, auf der Fanmeile versammelten sich pro Begegnung teils mehr als tausend Besucher. In diesem Jahr fällt das Fest kleiner aus. „Wir erwarten 100 bis 500 Besucher pro Spiel“, sagt Daniela Quast vom Eigenbetrieb Kaiserbäder Insel Usedom.

In Stralsund können die Deutschlandspiele im Event-Zentrum der Alten Brauerei verfolgt werden. Zudem wird es beim FC Pommern ein DFB-Fanfest geben. Details sind noch nicht bekannt.

Auch in Schwerin soll es Public Viewing geben. Hier bietet die Freilichtbühne Platz für bis zu 5000 Fans. Grevesmühlen baut am ersten Wochenende des Stadtfestes (10. bis 19. Juni) eine Leinwand auf dem Markt auf, Greifswald ist noch in Gesprächen, um Public Viewing hinzubekommen. Auf Hiddensee wird Fußball im Zeltkino Vitte und am Seglerhafen von Kloster geboten. Auch viele Bars und Restaurants in MV übertragen die Spiele.

Angst vor Anschlägen haben die meisten Organisatoren in Mecklenburg-Vorpommern nicht — auch wenn seit den Anschlägen von Brüssel und Paris die Terrorgefahr im EM-Gastgeberland Frankreich groß ist.

„Wir wollen den Besuchern die größtmögliche Sicherheit gewährleisten“, sagt Daniela Quast auf Usedom. Dafür hat sie eine externe Sicherheitsfirma beauftragt. „Eine Terrorgefahr spielt keine Rolle“, bestätigt Steffen Müller, Einsatzleiter der „Inselwacht Security“. „Pro hundert Besucher ist einer unserer Mitarbeiter im Einsatz“, sagt Müller.

Auch die Betreiber der fünf Ferienanlagen der „Regenbogen AG“ in Nonnevitz, Born, Prerow, Göhren und Boltenhagen sehen der EM gelassen entgegen. „Wir haben zwischen 50 und 300 Plätze vor unseren Bühnen“, sagt Prokurist Lothar Kuhn. „Wir sind kein Zielobjekt für Terroristen. Dafür ist es hier zu klein“, sagt er.

Von Katharina Ahlers

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