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Lohmener Schäfer verteidigt Hütemeister-Titel

Lohmen Lohmener Schäfer verteidigt Hütemeister-Titel

Riko Nöller sichert sich den Sieg bei der Landesmeisterschaft. Doch sein Berufsstand kämpft ums Überleben.

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Beim Leistungswett- hüten zeigen die Schäfer des Landes ihr Können.

Quelle: Bernd Wüstneck

Lohmen. Zielsicher treibt Riko Nöller in traditioneller Schäfertracht seine 300 Schafe auf eine improvisierte Brücke zu. Zwei Hütehunde unterstützen ihn tatkräftig. Nach wenigen Minuten ist es geschafft. Alle 300 Schafe befinden sich auf der anderen Seite des Parcours. Eine Jury hat alles ganz genau beobachtet und verteilt Punkte.

Bei insgesamt fünf Wettbewerbskriterien konnte Riko Nöller (45) am Samstag bei der Landesmeisterschaft in Lohmen (Landkreis Rostock) überzeugen und seinen Titel als Hütemeister verteidigen. Doch so richtige Freude will darüber nicht aufkommen.

Die noch etwa 60 Berufsschäfer im Land wirtschaften seit Jahren am Rande des Existenzminimums. Wenig eigene Flächen, immer teurer werdende Pachten, dazu vergleichsweise geringe Erlöse für das Lammfleisch veranlassen immer mehr Schäfer, ihren Job aufzugeben. „In der Folge ist auch die Zahl der Mutterschafe ständig gesunken. Derzeit werden landesweit nur noch 60 000 gehalten. Vor zehn Jahren waren es fast doppelt so viele“, rechnet Landeszuchtleiter Sven Grumbach vor. Bereits heute fehlen Herden, um Aufgaben in der Landschaftspflege zu erfüllen. Weil in Naturschutzgebieten und auf immer mehr Grünlandflächen kaum Technikeinsatz möglich ist, kommen dort zur Bewuchsregulierung traditionell Schafe zum Einsatz. „Die Landesregierung lobt sich für ihre Erfolge im Tourismus, verweist auf die herrliche Landschaft, hat aber für deren Pflege durch die Schäfer kaum einen Cent übrig“, beklagt Grumbach. Laut Landesschafzuchtverband sollten die Schäfer für jedes gehaltene Tier einen jährlichen Zuschuss von 20 Euro erhalten. So könnten Kosten gedeckt werden, die beim Umtreiben der Herden in schwer zugängliche Weidegebiete entstehen.

 

Jürgen Drewes

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Lohmen
Riko Nöller an seinem Arbeitsplatz. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

Mit 112 von 115 möglichen Punkten verteidigte der Vorjahressieger aus Lohmen (Kreis Rostock) erfolgreich seinen Titel.

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