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Lücke in der Brücke

Malchow Lücke in der Brücke

A 19: Auf der Dauerbaustelle bei Malchow wird seit gestern der erste Teil der Petersdorfer Brücke zerlegt.

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Petersdorfer Brücke: Das 300 Meter lange Stahlbauwerk wird in Stücke geschnitten.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck / Dpa

Malchow. Das hat Wolfgang Meyer wohl noch nie erlebt: Etliche Kameras sind auf seinen kleinen Bagger gerichtet, als der mit einem dicken Haken ein etwa drei Tonnen schweres Brückenstück in die Luft hebt. Es ist eins der ersten Teile, die von der alten Petersdorfer Brücke entsorgt werden. Deren Abriss hat gestern begonnen – im Beisein etlicher Journalisten und Fotografen. Denn das marode Bauwerk der Autobahn 19 zwischen Berlin und Rostock gehört zu einer der wichtigsten Hauptverkehrsadern des Landes. „Die dringend erneuert werden muss“, berichtet Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Er hat zum Pressetermin eingeladen und tritt mit dünnem weißen Hemdchen vom Auto aus mitten hinein in Eiseskälte und Schneetreiben. Doch der Minister ist gut vorbereitet, greift sich dicke Jacke und Mütze und wird sofort von Kamerateams umzingelt. Schließlich haben sich die Bauarbeiten an der Brücke verzögert. Droht etwa ein finanzielles Debakel wie bei der Hamburger Elbphilharmonie oder dem neuen Berliner Flughafen? Pegel beruhigt: „Die Finanzen liegen noch im Plan.“

OZ-Bild

A 19: Auf der Dauerbaustelle bei Malchow wird seit gestern der erste Teil der Petersdorfer Brücke zerlegt.

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Für die Erneuerung der gesamten Anschlussstelle Waren, zu der die zwei parallelen Petersdorfer Brücken gehören, sind rund 43 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten trägt der Bund. Etwa 30 Millionen Euro entfallen auf die Brückenneubauten. Aus dem westlichen Teil von Rostock nach Berlin trennen Arbeiter mit Schneidbrennern die ersten Segmente heraus. Goldgelbe Funken sprühen, während sich wenige Meter weiter fast im Sekundentakt die Autos in Richtung Hauptstadt drängeln. Baggerfahrer Wolfgang Meyer bekommt vom vielen Verkehr kaum etwas mit. Mit viel Fingerspitzengefühl bugsiert er die schwere Last an seinem Fahrzeug zum nahe gelegenen Lagerplatz. Dort werden die Stahlstücke zerkleinert und danach zur Verschrottung ins brandenburgische Wandlitz gebracht. „Für handlichere Stücke gibt’s einen besseren Verkaufspreis“, sagt ein Projektplaner der Fernstraßenplanung- und -baugesellschaft Deges (Berlin). 3000 Tonnen werden insgesamt entsorgt.

Bereits am Dienstag haben Bauarbeiter die Stahlkonstruktion in der Mitte durchtrennt. Da sie während der Schweißarbeiten in einem Korb zwischen den Trägern hingen, musste die Brücke komplett gesperrt werden. Der Schnitt war nötig, um die Spannungen, die auf dem marode gewordenen Stahl lasten, abzubauen, sagt Deges-Pressesprecher Michael Zarth. Der Abriss der 300 Meter langen Brücke über den zugefrorenen Petersdorfer See soll einen Monat dauern.

Die Bauarbeiten haben sich wegen Problemen bei der Bohrung der 50 Meter tiefen Fundamente im See bereits rund ein Jahr verzögert. Laut Verkehrsminister Pegel muss ein besonderes Bauverfahren angewendet werden. Grund sei der extrem sandige Baugrund. Außerdem stehe die Brücke im Naturschutzgebiet, ein Ersatzbau könne in der Nähe nicht aufgestellt werden. „Deshalb müssen wir Staus in Kauf nehmen“, bedauert Pegel. Leidtragende seien vor allem die Tourismusbranche und Transportfirmen.

Bis Sommer 2018 kann nur eine Fahrspur in jede Richtung auf der östlichen Brücke genutzt werden. Zudem ist auf der engen Ost-Brücke die Geschwindigkeit auf 40 Stundenkilometer gesenkt worden, Blitzer wurden aufgestellt. Erstmals befahren wurde die Brücke 1978. Zuletzt haben sie 16000 Fahrzeuge pro Tag genutzt und abgenutzt.

Kerstin Schröder

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