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MV aktuell Lupinen päppeln magere Böden auf
Nachrichten MV aktuell Lupinen päppeln magere Böden auf
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09:35 02.12.2016

Auf mageren Böden fallen auch die Ernten mager aus. Die Acker- und Grünlandbewirtschaftungs GmbH im vorpommerschen Plöwen bestellt leichte, sandige Böden. Weil es im Frühjahr und Sommer über Wochen kaum geregnet hat, sind die Erträge des Öko-Betriebes noch unter dem schwachen Mittel geblieben, berichtet Geschäftsführer Oswald Holke. Der Landwirt wollte 2016 die Kehrtwende einleiten: Er meldete den Betrieb an der polnischen Grenze als Praxispartner für ein Humus-Aufbau-Projekt mit EU-Hilfe an.

Die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) startete das Projekt 2016 mit dem Ziel, schlechte Böden nachhaltig aufzuwerten. Für den Plöwener Betrieb heißt das: Es sollen Pflanzen gefunden werden, die auf mageren Böden wachsen und das Eiweißfutter für sein Vieh sichern sowie den Humusgehalt der sandigen Böden verbessern. Leguminosen  besitzen die Fähigkeit, mit ihren Knöllchen an der Wurzel eine Symbiose mit Bakterien einzugehen. Damit kommt es einerseits zu einer Nährstoffanreicherung im Boden, zugleich entsteht durch die große Wurzelmasse Humus.

Für das Vorhaben, an dem die LMS Agrarberatung MV und die Landesforschungsanstalt in Güstrow-Gülzow beteiligt sind, stehen 356000 Euro für drei Jahre bereit. „Trockene Sommer werden zunehmen“, sagte Pflanzenbauexpertin Harriet Gruber in Güstrow. Sie setzt für eine Bodenverbesserung auf eine erweiterte Fruchtfolge und neue Sorten. Denn Saatluzerne, Rot- und Weißklee wachsen auf mageren Böden nicht, sagt Gruber. Daher experimentieren die Forscher mit bisher kaum angebauten Futterleguminosen wie Hornklee, Sichelluzerne und Blaue Lupine. Hinzu kommen Mischungen mit Gräsern wie Rotschwingel, die Trockenheit vertragen.

Neben dem Projekt zum Humusanbau werden innerhalb des bis 2020 ausgelegten Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR) vier weitere Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 5,3 Millionen Euro gefördert. Das sind Projekte für mehr Gewässerschutz, der Wildfrüchteanbau, die Bioeiproduktion und die sogenannte Signalfütterung von Schweinen.

Die Projektbeteiligten zum Humusaufbau wünschen sich 2017 mehr Regen und damit bessere Wachstumsbedingungen auf den zwölf Hektar großen Öko-Versuchsflächen in Plöwen. „Unsere Fruchtfolgen sind gut strukturiert“, sagt Holke. Jürgen Drewes

OZ

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