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MV aktuell Lutheraner wollen großes Abendmahl
Nachrichten MV aktuell Lutheraner wollen großes Abendmahl
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00:05 10.01.2017

Im Reformations-Gedenkjahr wünscht sich der leitende lutherische Bischof Gerhard Ulrich von der katholischen Kirche ein Entgegenkommen, um miteinander Abendmahl feiern zu können. „Papst Franziskus ist ja immer für Überraschungen gut“, sagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Ulrich ist zudem Landesbischof der Nordkirche mit Hauptsitz in Schwerin.

Der VELKD gehören sieben Landeskirchen – auch im Nordosten – mit 9,5 Millionen Protestanten an. Der Papst habe bei seinem Besuch der lutherischen Gemeinde in Rom 2015 ein sehr symbolträchtiges Geschenk mitgebracht, nämlich einen Abendmahlskelch. „Ich glaube, dass dieses Zeichen etwas zu bedeuten hat.“ Franziskus habe damals gesagt, jeder möge sein Gewissen prüfen und dann tun, was ihm der Glaube gebiete.

Vor 500 Jahren soll der Mönch Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche von Wittenberg (Sachsen-Anhalt) genagelt und die Reformation ausgelöst haben. Sie führte zur Kirchenspaltung und Gründung protestantischer Kirchen.

„Ich wünsche mir in Deutschland eine Lösung für die konfessionsverschiedenen Ehen – die Ehepartner sollten zur katholischen Eucharistie und zum protestantischen Abendmahl gehen können“, sagte Ulrich. „Wir als Protestanten haben kein Problem damit, dass katholische Christinnen und Christen zu uns zum Abendmahl kommen, aber umgekehrt ist es nicht möglich“, sagte Ulrich.

Auf die Frage, ob Rom den einst verteufelten Reformator einmal heilig sprechen könnte, antwortete Ulrich: „Auf eine Heiligsprechung Luthers kann ich als Protestant verzichten, weil er zur Gemeinschaft der Heiligen gehört: Mit der Taufe ist jeder Christ ein Heiliger.“

Matthias Hoenig

OZ

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