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MEK-Einsatz: Keine Absprache mit MV-Polizei

MEK-Einsatz: Keine Absprache mit MV-Polizei

Hamburger Elite-Polizisten haben nicht um Hilfe gebeten, vermutlich weil zuvor ein Zugriff vermasselt wurde

Lutheran. Bislang haben die Polizeibehörden zum folgenschweren Einsatz in Lutheran (Ludwigslust-Parchim) geschwiegen. Doch nun gibt es erste Informationen: Der Einsatz der Hamburger Spezialeinheit, bei dem einem Autofahrer in den Kopf geschossen wurde, fand ohne Absprache mit der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern statt. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) hat keine Amtshilfe angefordert. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. In der heißt es, dass sich die Hamburger Spezialeinheit lediglich beim Lagezentrum des Innenministeriums in Schwerin angemeldet hat — am 12. Februar um 15.24 Uhr. Knapp anderthalb Stunden später fiel der Schuss, durch den ein unschuldiger Autofahrer, David A., ein Auge verlor (die OZ berichtete). Warum das MEK nicht mit dem Kollegen aus MV kooperieren wollte, ist unklar. Doch die hatten zwei Tage zuvor einen Einsatz vermasselt, was den Hamburgern vermutlich nicht gefallen hat. Bei diesem Einsatz hatten sie das SEK um Hilfe gebeten. In beiden Fällen ging es um Nico S., einen Zuhälter aus Plau am See. Der 38-Jährige hatte seine Haftstrafe in Hamburg nicht angetreten, das MEK wollte ihn festnehmen. Doch Nico S. war gar nicht in MV, sondern in Österreich. Das wusste die Polizei nicht.

 

OZ-Bild

Wurde beim Polizei-Einsatz schwer verletzt: David A. (27).

Quelle: Spiegel Tv

Laut Innenministerium bat das Hamburger Landeskriminalamt am 10. Februar das SEK, den Gesuchten in Plau am See festzunehmen. Stattdessen wurden aber drei unschuldige Bauarbeiter unter Waffengewalt gefesselt, weil einer Nico S. ähnlich sah. Zwei Tage später vermutete ihn das MEK in einem Auto in Lutheran. Doch das fuhr David A.. Der Wagen wurde eingekeilt, der Lakierhelfer von einer Kugel im Gesicht getroffen. Er verlor sein rechtes Auge, lag zehn Tage im Koma. Knapp sechs Wochen später kann er seinen Mund immer noch nicht richtig öffnen und nur Suppen essen. Zehn Kilo hat der 27-Jährige mittlerweile abgenommen, sein Motorrad musste er abmelden. „Das Schlimmste ist die Umstellung, nur noch auf einem Auge sehen zu können“, sagt er.

Weitere Informationen verweigert das Innenministerium mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen — unter anderem gegen den Schützen wegen schwerer Körperverletzung. David A. fordert Schadensersatz, Peter Ritter von der Linksfraktion eine bessere Kooperation der Polizeibehörden. „Spätestens nach dem NSU-Terror müsste man wissen, wie wichtig das ist.“ Kerstin Schröder

OZ

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