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MV Werften schließen Verträge mit Zulieferern ab

Rostock MV Werften schließen Verträge mit Zulieferern ab

In Wismar wird für den Kabinenbau ein Grundstück an der A 20 gekauft

Rostock. Es wird konkret: Das ambitionierte Milliarden-Vorhaben der malayischen Genting Group, mit ihren neu erworbenen Werftenstandorten Wismar, Rostock und Stralsund den internationalen Kreuzfahrtmarkt zu erobern, hat seit gestern die Planungsphase überwunden. Im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock unterzeichnete Konzernchef Tan Sri Lim Kok Thay Verträge mit zwei Zulieferern. Auftragswert: 55 Millionen Euro.

Mit dem Geld soll in Rostock-Warnemünde eine neue Halle gebaut und die dann mit einer modernen Laser-Paneellinie ausgestattet werden. Letztere stellt dünne Bleche her, aus denen moderne Kreuzfahrtschiffe größtenteils bestehen. „Die Anlage wird in Finnland gebaut und ab September 2017 schrittweise nach Rostock gebracht“, berichtet Jaako Heikonen, Geschäftsführer der beauftragten Firma Pema. Das Rostocker Unternehmen Inros Lackner baut die Halle. In der entstehen dann Bleche, die an allen drei Standorten verbaut werden.

Wie Guido Schulte, Konstruktionschef bei MV Werften, berichtet, werden in den kommenden zehn Jahren 23 Schiffe in Serie gebaut, darunter Mega-Kreuzliner der sogenannten „Global Class“. Die Mittelstücke der jeweils rund eine Milliarde Euro teuren Schiffe entstehen in Warnemünde, die restlichen Teile in Wismar. Beide Standorte erhalten von Genting Finanzspritzen von jeweils 75 Millionen Euro. In Wismar soll in der kommenden Woche zudem die Suche nach einem weiteren Grundstück abgeschlossen werden. Drei Alternativen mit bereits bestehenden Hallen stünden laut Werftenchef Jarmo Laakso zur Auswahl. Darunter das Areal eines insolventen Herstellers von Solaranlagen. Auf dem Grundstück an der A 20 sollen künftig die Kabinen für die Kreuzfahrtschiffe entstehen. „Wir wollen die Lkw für die Zu- und Ablieferung aus der Stadt heraushalten“, erklärt Laakso. Er rechnet mit etwa 30 Lastkraftwagen jeden Tag. Außerdem würden dadurch die Wege zu den beiden anderen Werftenstandorten so kurz wie möglich.

In die Stralsunder Werft investiert Genting 13 Millionen Euro. Dort entstehen die Rümpfe für die luxuriösen „Exclusive“-Klasse, die dann in Rostock vollendet wird. Die Gesamtmitarbeiterzahl verdoppelt sich in den kommenden fünf Jahren auf dann etwa 3200. Zurzeit sind die Arbeiter mit der Pflege vorhandener Anlagen beschäftigt oder helfen bei der Fertigstellung einer Offshore-Plattform aus – dem letzten Projekt vom MV Werften-Vorgänger Nordic Yards. Wie Jarmo Laakso bestätigt, befinden sich einige Mitarbeiter auch in Kurzarbeit. „Wir sind aber gerade dabei, Schulungs- und Trainingsprogramme vorzubereiten, die im nächsten Jahr starten“, ergänzt Laakso. Ziel sei, den Start der Serienproduktion von Kreuzfahrtschiffen so gut wie möglich vorzubereiten. „Wenn es losgeht, müssen unsere Leute fit sein“, betont Laakso. Und das Interesse ist groß. 1200 Bewerbungen sind bereits eingegangen.

Wie Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, betont, sei die gestrige Vertragsunterzeichnung ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der Investitionsstrategie der MV Werften. Er bot Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit regionalen Zulieferern an.

Kerstin Schröder

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