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MV fürchtet die Folgen eines Handelskrieges

Rostock MV fürchtet die Folgen eines Handelskrieges

Amerika und China wichtige Partner für das Land. Elf Prozent der US-Exporte sind gefährdet.

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Amerika und China wichtige Partner für das Land. Elf Prozent der US-Exporte sind gefährdet. (Symbolbild)

Quelle: Archiv

Rostock. Die angespannte Situation im Welthandel mit Strafzöllen und Gegenmaßnahmen lässt auch Politik und Wirtschaft in MV nicht kalt. Zwar hängt das Land nicht so stark am Export wie andere Bundesländer. Doch die globalisierte Weltwirtschaft macht nicht an der Ostseeküste halt. „Handelskriege nutzen niemandem“, betont Reinhard Meyer, Chef der Staatskanzlei, die in der Landesregierung für den Außenhandel zuständig ist.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock hat schon einmal ausgerechnet, was die US-Strafzölle für MV bedeuten würden, sollten sie auf Europa und Deutschland ausgeweitet werden: „Betrachtet man ausschließlich die Exporte in die Vereinigten Staaten, umfassen die betreffenden Warengruppen knapp elf Prozent der US-Ausfuhren aus MV“, sagt der IHK-Fachbereichsleiter International, Mario Rothaupt. Weitere Effekte könnten sich aus Gegenmaßnahmen der EU ergeben. Selbst, wenn der Handelsstreit auf die USA und China beschränkt bliebe, fürchtet Rothaupt Folgen für MV: „Wir sehen die neue Verschärfung des Handelsstreits als sehr gefährlich sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die global stark verflochtenen Unternehmen in Deutschland an.“ In beiden Ländern hätten deutsche Firmen stark investiert.

„Welche Folgen die Strafzölle konkret haben werden, lässt sich heute noch nicht abschätzen“, sagt Staatskanzlei-Chef Meyer. „Jedoch sind in der Folge von Strafzöllen zweier großer Wirtschaftsmächte wie USA und China verschiedene Szenarien denkbar, die auch die einheimische Wirtschaft betreffen.“ Dies könne etwa passieren, wenn Unternehmen aus MV in den USA oder China produzieren und in das jeweils andere Land liefern.

Das trifft auf den Rostocker Windkraftanlagenbauer Nordex zu. „Höhere Zölle – und damit höhere Materialkosten – können für unsere Kunden in den USA schädlich sein“, sagt Nordex-Sprecher Ralf Peters. „Unsere US-Kunden erhalten Turbinen, die Komponenten aus unterschiedlichen Herkunftsländern enthalten. Diese können aus Europa, Asien oder Amerika stammen.“ Derzeit seien jedoch keine erhöhten Importzölle auf Komponenten von Nordex-Anlagen angedroht. Auch beim Rostocker Kranbauer Liebherr schaut man gespannt auf die Entwicklung: „Sowohl die USA als auch China stellen wichtige Märkte für uns dar“, sagt Sprecherin Monika Schedler. „Wenn Handelsbeschränkungen eingeführt werden, betrifft das unsere Kunden.“ Sobald es konkrete Maßnahmen geben sollte, gelte es für Liebherr, sich so schnell wie möglich, darauf einzustellen.

2017 wurden Waren im Wert von 233 Millionen Euro aus Mecklenburg-Vorpommern nach China exportiert, unter anderem Metallwaren und Milchprodukte. In die USA gingen Exporte im Wert von über 277 Millionen Euro. Dabei waren Holz, Metallwaren sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung die wichtigsten Güter.

Axel Büssem

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