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19:35 08.11.2018
„Wir sind unter uns.“ Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) beim Bürgerforum in Grimmen. Quelle: Frank Pubantz
Grimmen

Wie gut geht es uns eigentlich? Diese Frage hat Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstagabend zum Thema eines Bürgerforums in Grimmen gemacht. Gut, sagt Glawe. Ein Heimspiel in Grimmen, wo er seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv sind. 80 Gäste sind da, viele CDU-Leute. „Wir sind unter uns“, menschelt Glawe. Er erinnert an die Wendezeit. Freude, Reisefreiheit, Ernüchterung, Jobabbau. Schwenkt dann zur Gegenwart. Sinkende Arbeitslosigkeit, Erfolge in maritimer und Gesundheitswirtschaft. „Wir sind gar nicht so schlecht, wie wir uns manchmal machen.“ Die Themen rauschen vorbei. Bürgerarbeit, Grippeschutz, der deutsche Sozialstaat. „Zeigen Sie mir einen Staat, der so was hat“, sagt Glawe. Dem Pastor verspricht er spontan 15000 Euro. Der Volkstribun sorgt für Gemütlichkeit.

Auch die Zukunft sehe rosig aus, schätzt Glawe ein. Da stimmt Alexander Benkert, Bürgermeister von Süderholz, zu. Er berichtet vom Erfolgsmodell Pommerndreieck, ein Gewerbegebiet an der A20. Sorge bereite ihm der Ärztemangel im Krankenhaus. Wie geht es Ihnen?, fragt der Moderator. Gut, antworten die Leute. „Wir jammern auf hohem Niveau“, sagt ein Handwerker. Er sei aber besorgt wegen drohender Armut. „Ich kriege eine schöne Rente“, erklärt eine Frau. Aber es gebe nicht nur die blühenden Landschaften, „die uns mal versprochen wurden“, sagt eine andere. Gerd Scharmberg, Bürgermeister von Born (Darß), beklagt die engen Grenzen von Kommunalpolitik. Politik müsse helfen, etwa bei Förderung von sozialem Wohnungsbau.

Beim Thema Wolgaster Werft kommt Unverständnis für den von der Bundesregierung verhängten Exportstopp nach Saudi Arabien auf. Glawe hält sich bedeckt, dann sagt er: „Ich glaube, dass wir für Wolgast wieder Arbeit finden werden.“ Sein Hinweis: Die MV Werften suchten noch 700 Leute.

Frank Pubantz

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