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MV hängt im Lohnkeller fest: Abstand zur Spitze wird größer

Schwerin MV hängt im Lohnkeller fest: Abstand zur Spitze wird größer

Die Gehälter im Nordosten erreichen nach einer aktuellen Studie nur bei 73 Prozent des deutschen Durchschnitts. Gerade in der Tourismusbranche wird dürftig bezahlt. Politik und Gewerkschaften diskutieren über Auswege.

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Mitarbeiter imZimmerservice erhalten ein durchschnittliches Jahreseinkommen von nur 20 600 Euro.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern bleibt Deutschlands Lohnkeller: Laut „Gehaltsatlas 2018“ liegt das Land bundesweit mit 73,5 Prozent des Durchschnitts auf dem letzten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr ist MV gar um 1,9 Punkte abgesunken. Ein Arbeitnehmer im Land verdient im Schnitt rund 32 000 Euro brutto im Jahr. In Hessen sind es dagegen mehr als 50 000 Euro.

MV ist in allen Kategorien, die das private Entgeltportal gehalt.de in Beratungsgesprächen mit Arbeitgebern und -nehmern ermittelt hat, Schlusslicht. Das beginnt bei den Berufseinsteigern: Wer ausgelernt hat, verdient in MV im ersten Job 21 847 Euro im Jahr. In Hessen würde er nochmal die Hälfte drauf bekommen. Auch Jungakademiker schauen in MV in die Röhre: Sie werden mit 33 587 Euro abgespeist, während ihre Kollegen in Hessen ebenfalls 50 Prozent mehr erhalten.

Große Firmen zahlen deutlich mehr

Blickt man nur auf die Landeshauptstädte, werden die Unterschiede noch größer: In Schwerin verdient man 76,1 Prozent des deutschen Metropolendurchschnitts, in Stuttgart (Baden-Württemberg) dagegen 127,6 Prozent. Die Gründe für das schlechte Abschneiden von MV liegen auch in der Unternehmensstruktur.

Die Wirtschaft im Land ist von vielen kleinen Unternehmen geprägt. Und laut gehalt.de verdienen Mitarbeiter in Firmen mit über 1000 Arbeitsplätzen fast doppelt so viel wie in Betrieben mit höchstens 20 Beschäftigten.

Auch die wichtigsten Branchen in den Bundesländern haben Einfluss: Am Ende der Gehaltstabelle steht die im Urlaubsland MV so wichtige Gastronomie. Mitarbeiter im Zimmerservice kommen am schlechtesten weg: Sie verdienen im bundesweiten Schnitt nur 20 600 Euro jährlich. Ganz oben stehen Oberärzte (121 000 Euro).

Ingo Schlüter, Vizevorsitzender des Gewerkschaftsbunds DGB Nord, meint: „Es liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber, gerade in Niedriglohnbereichen wie der Gastronomie für attraktivere Gehälter zu sorgen.“ Statt über Fachkräftemangel zu klagen, sollten Arbeitgeberverbände dafür sorgen, dass ihre Mitglieder ihre Beschäftigten nach Tarif bezahlen.

DGB: Soziale Dienste besser stellen

Schlüter lobt zwar die Landesregierung für ihre Entscheidung, die Wirtschaftsförderung nach dem Ziel der Tarifgleichheit auszurichten und einen Vergabemindestlohn von 9,54 Euro einzuführen. „Aber bei den sozialen Diensten, wo das Land selbst Kostenträger ist, muss die Regierung dafür sorgen, dass auch dort Flächentarife gezahlt werden.“ Die Fraktionschefin der Linken, Simone Oldenburg, sagt, die Regierung habe keinen Plan, wie MV aus dem Lohnkeller kommen könnte.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gibt die Verantwortung weiter: „Zunächst ist das Gehaltsniveau in einem Unternehmen Angelegenheit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.“ In MV fehlten Konzernzentralen in Märkten mit hohem Gehaltsniveau, etwa der Finanzwirtschaft. Vorrangige Aufgabe der MV-Wirtschaftspolitik bleibe deshalb, Wirtschaftsstruktur und verarbeitendes Gewerbe zu stärken. „Daran arbeiten wir“, verspricht Glawe.

Hessen ganz vorn

112,7 Prozent beträgt das Lohnniveau in Hessen. Das bedeutet Platz eins im aktuellem Gehaltsatlas des Vergleichsportals Gehalt.de. Hessen liegt im Bundesländerranking damit vor Baden-Württemberg (110 Prozent) und Bayern (106,4).

Ganz hinten liegen Mecklenburg-Vorpommern (73,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (75,4 Prozent) und Brandenburg (76,2 Prozent). Der Bundesschnitt (100 Prozent) ist Mittelwert der Gehaltsangaben aller Regionen.

OZ

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