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MV sucht Anschluss an Chinas „Neue Seidenstraße“

Schwerin/Rostock MV sucht Anschluss an Chinas „Neue Seidenstraße“

Minister Pegel: Land soll Brückenkopf für Handel im Ostseeraum werden

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Schwerin/Rostock. MecklenburgVorpommern wirbt um den Handelspartner China: Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) startet eine Initiative zur „Neuen Seidenstraße“, der Wiederbelebung von Handelswegen bis ins Riesenreich im Osten. Ziel sei es, Warenströme aus dem asiatisch-pazifischen Raum über MV im Ostseeraum zu verteilen. Profitieren sollen Häfen entlang der Ostseeküste, Flughäfen und Logistiker.

„Wir wollen Warenströme, die schon existieren, nach MV bringen“, erklärt Pegel das Prinzip. Das Land solle zum „Brückenkopf“ des baltischen Raums werden. Derzeit nutzen Asiaten Hamburg oder Rotterdam für den Handel mit Europa. Dies soll sich ändern: Kommende Woche hat Pegel hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik nach Berlin eingeladen. Partner ist der Wirtschaftsclub Russland. Geplant ist ein Infoabend zur „Neuen Seidenstraße“, ein Projekt, das die Wirtschaftsmacht China in Anlehnung an bedeutende Handelswege schon in der Antike ins Leben rief. Zu Gast ist auch Bolat Nussupov, Botschafter Kasachstans. Zum Nachbarn Chinas will MV besondere Beziehungen aufbauen. Im Juli plane er eine Delegation mit Unternehmern dorthin, so Pegel.

Experten rechnen in Zukunft mit einer engeren Verzahnung der Wirtschaft Europas und asiatischer Länder, da komme die Idee zur Seidenstraßen-Anbindung zur rechten Zeit. „Die Idee stammt aus Rostock“, sagt Gernot Tesch, Chef der Rostocker Hafengesellschaft. Ziel müsse es sein, die Chinesen davon zu überzeugen, Transportgüter über MV zu schicken. Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK Rostock, lobt die Initiative Pegels: „Wenn der Minister vorn im Bus sitzt, ist das sehr gut.“ Vom Eisenbahnverkehr könnte der Fährhafen Sassnitz-Mukran profitieren. „Die Infrastruktur steht bereit“, sagt Sprecher Felix Zimmermann. Neben Transporten per Bahn, Schiff oder Laster sei auch Warenverkehr denkbar, der teils per Luft und auf dem Wasser stattfindet. Dafür böte sich zum Beispiel der Flughafen Parchim an.

Wie weiter? Möglichst schnell solle nun ein Logistik-Atlas erstellt werden, damit die Chinesen wissen, wo welche Transportstruktur, welches Gewerbegebiet liegt. „Den übernimmt die Logistik-Initiave im Land“, so Pegel. China ist bereits jetzt ein wichtiger Handelspartner für MV. Im Jahre 2016 gab es Warenaustausch im Wert von einer halben Milliarde Euro.

Wirtschaftsprofessor Jan Körnert, Universität Greifswald, sieht durch ein höheres Handelsvolumen über das Baltikum Chancen für MV. Aber: „Eine Annäherung an China ist immer ein zweischneidiges Schwert“, so Körnert. „Wichtig ist darauf zu achten, dass keine Situation entsteht, die nur die Importe aus China stärkt, die Exporte aber drosselt.“ Seiten 5 und 8

Frank Pubantz

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