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MV wächst: Auch 2016 ziehen mehr Menschen ins Land als fortgehen

Greifswald MV wächst: Auch 2016 ziehen mehr Menschen ins Land als fortgehen

Wissenschaftler: Positiv-Trend hält nun schon drei Jahre an

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Professor Helmut Klüter

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Abwärtsspirale ist gestoppt: Nach Auffassung des Greifswalder Wissenschaftlers Prof. Helmut Klüter wird 2016 das dritte Jahr in Folge, in dem die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns wieder wächst. „Dazu tragen die Flüchtlinge bei, aber auch Zuwanderer aus anderen deutschen Regionen“, sagt Klüter. Mehr als 1,6 Millionen Einwohner zählt das Land bereits wieder. Bevor im vorigen Jahr der Zustrom der Flüchtlinge einsetzte, kamen die meisten ausländischen Zuwanderer aus Polen, Deutsche zogen vor allem aus Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen und Berlin nach MV.

Bald wieder so viele Einwohner wie 1991?

1,6 Millionen Menschen leben in MV. Tendenz steigend. Ein Forschungsteam aus Greifswald hat errechnet, dass es 2030 wieder 1,8 Millionen sein könnten. Die Landesregierung geht indes davon aus, dass die Bevölkerung schrumpft. 1991 zählte das Land noch 1,9 Millionen Einwohner.

Die Kehrtwende hatte bereits im Sommer 2013 eingesetzt, als erstmals nach fast 20 Jahren mehr Menschen herzogen als das Land verließen. Im Jahr darauf manifestierte sich der Trend. „Obwohl der Flüchtlingszustrom noch unbedeutend war“, betont Klüter. 2014 kompensierte der positive Wanderungssaldo erstmals in diesem Jahrtausend die hohe Sterberate im Land, so dass insgesamt die Bevölkerungszahl leicht anstieg. Eine Tendenz, die sich 2015 fortsetzte – jetzt erheblich verstärkt durch den Flüchtlingszustrom. Zwar liegt die Jahresbilanz der Statistiker noch nicht vor, die Zwischenrechnung aber ist eindeutig: Bis Ende September zogen 38600 Menschen nach MV, nur 27450 verließen das Land. Reinhard Jonas vom Statistischen Landesamt in Schwerin bestätigt „ein Wanderungsplus von 11145 Einwohnern. Das ist fast doppelt so hoch wie in den ersten neun Monaten 2014“.

Die Landesregierung geht in ihren Prognosen jedoch davon aus, dass die Einwohnerzahl auch künftig weiter schrumpft. Laut Demografiebericht sollen 2030 nur noch 1,48 Millionen Menschen in MV leben.

In jüngster Zeit gab es einen Bevölkerungsrückgang aber nur noch in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte. Für alle anderen Regionen stehen – laut Statistik – die Zeichen auf Wachstum.

Der Greifswalder Geograf Klüter wirft der Landesregierung deshalb vor, von „völlig veralteten Prognosen“ auszugehen. Seine Forschungsgruppe legt ein Szenario vor, nach dem 2030 rund 1,8 Millionen Menschen in MV leben könnten. Hintergrund ist das niedrige Durchschnittsalter der Zuwanderer und deren hohe Kinderzahl. Die meisten Planungsvorgaben des Landesraumentwicklungsprogramms, das die Landesregierung in diesem Sommer für die nächsten 15 Jahre in Kraft setzen will, hält Klüter deshalb für falsch. Seiten 2 und 6

Elke Ehlers

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