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Marine blickt wieder stärker auf Ostsee

Rostock Marine blickt wieder stärker auf Ostsee

Marine-Inspekteur Krause: Lebensader für Partner im Osten / Bereit sein für Bündnisfall

Rostock. . Die Ostsee ist nach Ansicht von Marine-Inspekteur Andreas Krause in den letzten Jahren wieder in den Mittelpunkt der Sicherheitspolitik gerückt. „Während sie im Kalten Krieg eine Grenze war, die es zu verteidigen galt, ist sie heute eine Lebensader“, sagte Krause gestern bei einem internationalen Symposium zum 60-jährigen Bestehen der Deutschen Marine in Rostock.

Die Ostsee verbinde die Nato-Partner Polen und die baltischen Staaten mit dem Rest Europas. Darin liege ein Schlüssel zur Verteidigung von Freiheit und Wohlstand, betonte Krause. Dies sei nur in der Zusammenarbeit aller Partner möglich.

Um dies zu erreichen, müsse die Marine die Ostsee als Operationsgebiet „neu entdecken“ und sich wieder auf ihre Fähigkeiten zur Küstenverteidigung besinnen, forderte Krause. Dies sei nach dem Ende des Kalten Krieges zu lange vernachlässigt worden. „Es gab keinen dringenden Grund, uns um die strategischen Fragen zu kümmern, was vor unserer Haustür passieren könnte.“

Man sei davon ausgegangen, dass es vor einem möglichen Konflikt eine zehnjährige Vorwarnzeit gebe, um die Verteidigung wieder aufzubauen. Die Ostsee sei als „Meer des Friedens“ wahrgenommen worden.

„Aus diesem Traum sind wir aufgewacht, als Russland 2014 unter grober Missachtung internationalen Rechts die Krim annektierte und in der Ostukraine einmarschierte“, sagte der Inspekteur. Nun müsse die Marine bereit sein, um im Bündnisfall Seite an Seite mit den Nato-Partnern zu kämpfen.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der die Delegation des Bundesrats in der Parlamentarischen Versammlung der Nato leitet, betonte, die Nachbarn im Osten hätten eine riesige Erwartungshaltung an die Nato. „Wir sind gut beraten, deren Ängste ernst zu nehmen.“

Gleichzeitig müsse jedoch an den Beziehungen zu Russland gearbeitet werden, mahnte Caffier. „Nicht alle Handlungen gegenüber Russland in den vergangenen Jahren waren optimal.“ Hier könne Deutschland eine Brückenfunktion übernehmen.

Ein enges Zusammenrücken der Europäer sei auch nötig, um nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gegenüber den USA geschlossener auftreten zu können, sagte Caffier. Er rechne allerdings nicht damit, dass sich unter Trump die Beziehungen zwischen den USA und Europa maßgeblich verändern werden, betonte Caffier.

Trump hatte sich vor der Wahl kritisch zur Nato geäußert und mehrfach Russlands Präsidenten Wladimir Putin gelobt. Stefanie Babst, Leiterin des Nato-Planungs- und Analysestabes, glaubt jedoch nicht an eine deutliche Annäherung: „Ich wäre sehr überrascht, wenn Putin seine Politik wegen Trump ändern würde.“ Bei den Republikanern gebe es zudem viele „Falken“, die für eine harte Haltung gegenüber Russland seien.

Axel Büssem

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