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Marine wertet Rostock auf

Rostock/Linstow Marine wertet Rostock auf

Vizeadmiral Andreas Krause (60) über die Pläne für den Standort an der Warnow, Arbeitszeiten für Soldaten und YouTube-Videos.

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Die Korvette „Braunschweig“ beim Ablegen vom Heimathafen Hohe Düne in Rostock

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Rostock/Linstow. Die traditionsreiche Historisch-TaktischeTagung der Deutschen Marine (HiTaTa) soll ein Forum für offene Worte sein. In diesem Jahr hatte die Marine nach Linstow (Kreis Rostock) geladen. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, nutzte die Gelegenheit, um Erfolge, aber auch Defizite der Marine zu benennen. Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG geht er darauf ein.

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Vizeadmiral Andreas Krause (60) über die Pläne für den Standort an der Warnow, Arbeitszeiten für Soldaten und YouTube-Videos.

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Müssten Sie nicht noch stärker auch öffentlich zu Problemen Stellung nehmen?

Andreas Krause: Ich denke, die Menschen erfahren auch so, wie es der Marine geht. Meine Rede war ja öffentlich, und wir haben sie bewusst am gleichen Tag ins Internet gestellt. Wer wissen will, wie es um die Marine wirklich bestellt ist, kann auf www.marine.de nachschauen. Ich wüsste auch gar nicht, warum ich lauter klagen sollte. Die Marine ist derzeit positiv unterwegs, etwa bei den Rüstungsvorhaben. Dass wir bei unseren Einsätzen am Limit segeln, ist allgemein bekannt. Wir haben mit 43 Booten und Schiffen die kleinste Flotte, die wir je hatten.

Die „Bild“-Zeitung hatte jüngst berichtet, die Einsatzbereitschaft der Marine sei infolge der neuen Soldatenarbeitszeitverordnung gefährdet . . .

Dem ist nicht so. Es gibt keinen Einbruch bei der Einsatzbereitschaft. Dennoch müssen wir das Thema Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen im Blick behalten. Wir müssen uns fragen, wie wir angesichts des demografischen Wandels ein attraktiver Arbeitgeber bleiben können. Daher ist die Arbeitszeitverordnung richtig, weil wir mit Arbeitgebern an Land konkurrieren, die eine 38-Stunden-Woche bieten. Wir sind froh, dass die Zeiten auf See und in Einsatzhäfen als Ausnahmetatbestände in die Verordnung aufgenommen wurden, sonst würde sich ein Berg von Überstunden anhäufen.

In Ihrer Rede haben Sie kritisiert, dass der Westen vom Paradigmenwechsel in der russischen Machtpolitik kalt erwischt wurde und dass sich das so nicht wiederholen dürfe. Wie wollen Sie das verhindern?

Indem wir Vorsorge treffen. Abschreckung funktioniert nur, wenn sie glaubhaft ist. Wir müssen uns für alle Eventualitäten rüsten – ganz gleich ob Landes- und Bündnisverteidigung, internationale Krisenbewältigung oder die Sicherheit der Seehandelswege. Konzentration auf nur eine Aufgabe dürfen wir uns nicht mehr leisten. Die Politik hat angemessen auf die Situation reagiert: Erstmals seit langer Zeit haben wir keine festgelegten Obergrenzen mehr beim Personal, und es gibt ein klares Bekenntnis zur Erhöhung des Wehretats. Für die derzeitige politische Linie gibt es auch einen großen gesellschaftlichen Rückhalt.

Rostock ist der Sitz der Marine. Welche Vision haben Sie für die Entwicklung des Standorts?

Solange ich Inspekteur bin, bleibt Rostock Sitz des Marinekommandos. Mit dem Aufbau des Maritimen Operationszentrums MOC werden auch zahlreiche weitere Arbeitsplätze von Glücksburg in die Hansestadt verlegt. Der Standort erfährt dadurch eine signifikante Aufwertung. Zudem ist geplant, fünf weitere Korvetten anzuschaffen, die in Hohe Düne stationiert werden könnten. Das würde weitere rund 500

Dienstposten bedeuten. Was dafür noch an Infrastruktur aufgebaut werden muss, wird sich zeigen. Der Stützpunkt hat jedenfalls die Kapazität, fünf weitere Boote aufzunehmen.

Ende Januar wurde gemeldet, dass das Segelschulschiff „Gorch Fock“ für 75 Millionen Euro saniert und 2032 durch ein neues Segelschiff abgelöst werden soll. Ist das noch zeitgemäß?

Nur auf einem Segelschulschiff erfahren unsere jungen Offiziersanwärter im wahrsten Sinne des Wortes, was es bedeutet, den Naturgewalten unmittelbar und unausweichlich ausgesetzt zu sein. Der Marineoffizier muss für seine späteren Aufgaben die See und das Wetter einschätzen und mit ihnen umgehen können, um Operationen zu planen und durchzuführen. Zudem ist die „Gorch Fock“ ein weltweiter Botschafter für unser Land und ein wichtiger Sympathieträger der Marine.

Sympathie für die Marine sollte auch die YouTube-Serie „Die Rekruten" mit Soldaten in der Grundausbildung am Standort Parow bei Stralsund bringen. Wie zufrieden sind Sie damit?

Das war eine absolut gelungene Sache. Viele junge Leute haben die Serie regelmäßig verfolgt. Sie hat ein realistisches Bild davon vermittelt, was sie bei der Ausbildung an der Marinetechnikschule Parow erwartet und dass der Beruf des Soldaten auch etwas mit Waffeneinsatz und den dazugehörigen moralischen Fragen zu tun hat. Wie erfolgreich sie am Ende war, wird sich an den Bewerberzahlen zeigen. Im Frühsommer wird es noch eine kleine Fortsetzung geben, in der gezeigt wird, was aus den Protagonisten geworden ist und auf welchen Schiffen sie gelandet sind.

Interview: Andreas Ebel

und Axel Büssem

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(Angaben ohne Gewähr)

Die Einheiten der Deutschen Marine

43 Schiffe und Boote bilden derzeit die Flotte der Deutschen Marine, so wenige wie noch nie seit der Wiederbewaffnung. Die größten Kampfschiffe sind die Fregatten. Davon hat die Marine insgesamt zehn in drei verschiedenen Klassen. Stationiert sind sie in Wilhelmshaven. Ebenfalls zehn Boote umfasst das Minensuchgeschwader in Kiel. Sechs U-Boote sind in Eckernförde beheimatet. Zur Flottille gehören drei Fernmelde- und Aufklärungsboote. In Hohe Düne liegen fünf Korvetten. Die größten Schiffe der Marine überhaupt sind die drei Einsatzgruppenversorger, deutlich kleiner sind die sechs Tender.

OZ

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