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MV aktuell Martinsgänse haben Sommerhitze gut überstanden
Nachrichten MV aktuell Martinsgänse haben Sommerhitze gut überstanden
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18:00 07.11.2018
Gut Vorder Bollhagen: Landwirt Franz-Friedrich Bolduan (22) kümmert sich um die Bio-Martinsgänse Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Eine bessere Gelegenheit für einen schönen Sonntagsbraten lässt sich kaum finden: Am 11.11. ist Martinstag und bei vielen Familien steht dann eine Martinsgans auf dem Tisch – entweder auf dem eigenen oder im Restaurant. Die gute Nachricht: Die Gänse aus MV haben zwar unter dem langen heißen Sommer gelitten. Auf Preis und Qualität wirkt sich das aber nach Angaben der Züchter nicht aus.

„Das Grünfutter ist wegen der Trockenheit nicht gut gediehen, daher mussten wir mit Weizen zufüttern“, sagt etwa Johannes Lampen, Betriebsleiter im Gut Vorder Bollhagen (Landkreis Rostock). Auf den Geschmack habe dies keinen Einfluss. Auch die Preise seien trotz der erhöhten Futterkosten stabil geblieben. Rund 200 Gänse wurden auf dem Gut in diesem Jahr gehalten, etwa ein Viertel landet als Martinsgans auf den Tellern. „Die Hälfte geht an die Gastronomie, die andere verkaufen wir in unserem Hofladen.“ Der Rest der Tiere ist laut Lampen für das Weihnachtsgeschäft bestimmt. „Man sollte in den nächsten zwei bis drei Wochen vorbestellen“, rät er.

Auf dem Bauernhof Kliewe in Mursewiek auf Rügen lebten bis vor kurzem noch 750 Gänse. 200 davon müssen für den Martinsbraten ihr Leben lassen. „Der Sommer war schwierig, teilweise war gar kein Gras mehr auf den Wiesen“, sagt Bauer Holger Kliewe. Auch er musste daher Weizen zufüttern. In den letzten Wochen mit einigen Regenfällen hätten sich die Tiere aber gut entwickelt. „Die haben richtige Freudentänze aufgeführt – schließlich sind Gänse ja Wasservögel.“ Das Zufüttern schlägt bei Kliewe mit drei Prozent Preissteigerung zu Buche. Das Weihnachtsgeschäft sei wegen eines Rabatts für Frühbesteller bereits gut angelaufen. Aber auch noch bis zum Fest seien Gänse und Enten zu bekommen.

Von den 600 Gänsen auf dem Bauernhof Oehlert in Zarnewanz (Landkreis Rostock) wird jede sechste zum Martinstag geschlachtet. „Ich bin mit der Qualität zufrieden“, sagt Bäuerin Angelika Oehlert. Anders als in vielen Massentierhaltungen hätten die Tiere genug Zeit gehabt, natürlich heranzuwachsen. „Bei uns gibt es keine jungen Gänse, sondern Gänse.“ Dank das niedermoorigen Standorts des Hofes habe sich die Trockenheit im vergangenen Sommer nicht so negativ ausgewirkt – dafür aber die Hitze: „Die Gänse bewegen sich nicht so viel, wenn es zu warm ist. Dadurch baut sich weniger Muskelfleisch auf“, erklärt Oehlert. Also habe auch sie Getreide zufüttern müssen. Dennoch seien die Preise mit 16 Euro pro Kilo unverändert geblieben. Die Weihnachtsgans sollte bei Oehlert spätestens Mitte Dezember bestellt werden.

Viele Kunden greifen aus Kostengründen nicht zur Bauerngans aus MV, sondern zum günstigeren Tiefkühlprodukt, das oft aus Osteuropa stammt. Wer Wert auf Tierwohl und Fleischqualität legt, sollte dabei auf die Kennzeichnung achten, rät Simone Goetz, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale MV: „Die EU-weiten Normen zur extensiven Haltung bedeuten eine längere Mast der Tiere und damit eine bessere Fleischqualität.“ Eine Preisuntergrenze, ab der man guten Gewissens Gans kaufen kann, gebe es nicht: „Bei Fleisch gibt es oft Lockangebote. Der Preis sagt daher nicht unbedingt etwas über die Qualität aus.“

Auf das Etikett achten

4 Kriterien werden bei der Kennzeichnung von Geflügel aus extensiver Haltung unterschieden: Bodenhaltung, Freilandhaltung, sowie bäuerliche Freilandhaltung jeweils mit und ohne unbegrenztem Auslauf. Trägt eine Gans oder eine Ente keine dieser Bezeichnungen, muss davon ausgegangen werden, dass das Tier aus intensiver Massentierhaltung stammt. Dabei wird allerdings getrickst: Nicht geschützt sind etwa Begriffe wie „bäuerliche Aufzucht“. Man sollte daher genau auf die Formulierung achten. In manchen Ländern ist auch das Rupfen des noch lebenden Tiers oder die Stopfmast erlaubt – beides ist nicht kennzeichnungspflichtig. Wer das nicht will, sollte bei Geflügel aus dem Ausland auf Hinweise wie „keine Stopfmast“ oder „kein Lebendrupf“ achten.

So mancher Feinschmecker will sich aber nicht selbst an den Herd stellen. Das wissen auch die Restaurants in MV und bieten am kommenden Wochenende Martinsgans an. So wie das „Dünenfein“ im Warnemünder Hotel Neptun, wo es eine ganz besondere Attraktion gibt: „Ab vier Personen wird die Gans am Tisch tranchiert“, sagt Sprecherin Silke Greven. Das Essen ist so beliebt, dass alle Tische mittags wie abends bereits reserviert sind. Lediglich zum erstmals angebotenen Martinsbrunch gibt es noch freie Plätze. „15 ganze Gänse werden bei uns an diesem Tag gebraten – ganz klassisch mit Maronen, Bratapfel, Klößen und Rotkohl“, verspricht Greven.

Axel Büssem

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