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MV aktuell Massen-Unfall auf A19: Beteiligte müssen mit Strafbefehl rechnen
Nachrichten MV aktuell Massen-Unfall auf A19: Beteiligte müssen mit Strafbefehl rechnen
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07:00 28.03.2014
Rostock

Der tragische Sandsturm-Unfall, der sich vor knapp drei Jahren auf der A19 ereignete, ist juristisch jetzt weitgehend aufgeklärt. Bis Ende April will die Rostocker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen voraussichtlich abschließen, teilte Staatsanwalt Holger Schütt gestern auf OZ-Anfrage mit. Bei der Massenkarambolage am 8. April 2011 auf der Autobahn bei Kavelstorf (Landkreis Rostock) starben acht Menschen. Ein Sandsturm hatte den Kraftfahrern plötzlich die Sicht genommen, so dass innerhalb weniger Minuten Dutzende Autos ineinanderrasten. Es handelte sich um den schwersten Verkehrsunfall in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns.

Schuld an dem Massen-Crash war aber nicht allein das außergewöhnliche Naturereignis. Mehrerer Autofahrer hatten durch überhöhtes Tempodie Tragödie mitverursacht. Gegen insgesamt 24 Beschuldigte ermittelte die Staatsanwaltschaft. Bei 19 von ihnen geht es um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und fahrlässiger Körperverletzung, zum Teil in Tateinheit mit Gefährdung des Straßenverkehrs. Diese besonders schwerwiegenden Vorwürfe betreffen das Unfallgeschehen in Fahrtrichtung Rostock, wo die Todesopfer zu beklagen waren.

„Gegen einige der Beschuldigten beabsichtigen wir, Strafbefehle zu beantragen“, sagte Staatsanwalt Schütt. Der mögliche Strafrahmen bewege sich zwischen Geldbußen und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Wenn das Amtsgericht dem folgt und auch die Betroffenen die Strafbefehle akzeptieren, wird es vermutlich keine öffentlichen Verhandlungen geben. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet dies „angesichts der Beeinträchtigung aller Beteiligten“ als „opportun und sachgerecht“.

Gegen fünf Autofahrer, denen nach Auffahrunfällen in Fahrtrichtung Berlin fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen wurde, wurden die Verfahren am 18. März bereits eingestellt. Ihnen wurde zugutegehalten, dass die Staubwolke aus dieser Richtung erst aus 100 bis 150 Metern erkennbar war. In diesem Abschnitt führt die Autobahn bergauf und wird von einem Waldstück gesäumt. Die Staatsanwaltschaft berücksichtigte auch, dass die Beschuldigten nicht unter Alkohol oder anderen Rauschmitteln standen. Außerdem: Es gab keine Strafanträge anderer Beteiligter.

Für die anderen Beschuldigten dürften die Verfahren aber nicht so glimpflich ausgehen. „Es wird Verurteilungen geben“, deutete Staatsanwalt Schütt an. Aus Richtung Berlin sei die Staubwolke deutlich eher zu sehen gewesen — laut Gutachten bereits aus 650 bis 1000 Metern Entfernung. Das „Sichtfahrgebot“ schreibe vor, dass man nur so schnell fahren darf, dass das Fahrzeug innerhalb der sichtbaren Strecke gestoppt werden kann — und somit das Auffahren auf andere Autos verhindert werden kann.

Insgesamt 83 Fahrzeuge waren nach früheren Angaben der Polizei an dem Unfall beteiligt. Von den 62 Autos, auf die sich die Ermittlungen konzentrierten, waren 31 völlig ausgebrannt. Die Anzahl der Verletzten weicht ebenfalls von bisherigen Zahlen ab. Die Aktenlage bezieht sich auf 39 Verletzte, zuvor war von bis zu 131 die Rede.



Elke Ehlers

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